Bezirk Reutte

Vierter Museumspreis für das Grüne Haus in Reutte

Melanie Wiener, stellvertretende Leiterin der Kulturabteilung des Landes, überreichte den Museumspreis an Obmann Ernst Hornstein.
© Tschol

Der Museumsverein des Bezirks Reutte bekam erneut den Museumspreis des Landes. Diesmal für das Projekt „Erinnerungsort Südtiroler Siedlung“.

Von Simone Tschol

Reutte – Für das Land Tirol war es am Mittwochabend eine Premiere, für Museumsvereinsobmann Ernst Hornstein fast schon Routine. Nach den Jahren 2000, 2008 und 2015 ging auch der Museumspreis 2021 des Landes Tirol nach Reutte. Diesmal für den „Erinnerungsort Südtiroler Siedlung – Eine geplante Heimat?“. „Der vierte Kultur-Oscar für das Museum Grünes Haus – das hat es noch nie gegeben“, erklärte Karl Berger, Leiter Tiroler Volkskundemuseum und Hofkirche, in seiner Laudatio. Er würdigte das Engagement und den Mut, das dunkle Kapitel aufzuarbeiten.

Auf der Flucht vor dem italienischen Faschismus verließen rund 75.000 deutsch- und ladinischsprachige Südtiroler zwischen 1939 und 1945 ihre Heimat, kamen in eilig errichteten „Südtiroler Siedlungen“ unter. Die meisten dieser Siedlungen bestehen heute nicht mehr. Jene in Reutte ist aber in vollem Umfang erhalten geblieben. Eine Wohnung wurde dem Museumsverein von der Marktgemeinde zur Verfügung gestellt, unter Federführung von Birgit Maier-Ihrenberger rückgebaut und als Schauwohnung eröffnet.

„Die museale Einrichtung einer Wohnung im Zustand der Erbauungszeit in der Südtiroler Siedlung in Reutte ist sozialgeschichtlich ein besonderes Dokument und hat einen großen Zeugniswert. Das Projekt ist ein wertvoller Beitrag zur aktuellen Auseinandersetzung mit der Baukultur im Nationalsozialismus in Tirol“, lobte Melanie Wiener, stellvertretende Leiterin der Kulturabteilung des Landes. Sie war in Vertretung von Landesrätin Beate Palfrader zur Preisverleihung nach Reutte gekommen. Der „Erinnerungsort“ mache die Geschichte Tirols lebendig.

Ernst Hornstein, der den Preis für sein ganzes Team entgegennahm, meinte launig: „Man gewöhnt sich nicht an den Preis. Man freut sich jedes Mal wieder.“ Er nahm die Festgäste mit auf die Entstehungsgeschichte der Schauwohnung. Zwölf Jahre lagen zwischen Idee und Eröffnung. Und Hornstein meinte abschließend: „Ich hätte noch einen Wunsch. Es wäre schön, ins Jahresprogramm des Landes aufgenommen zu werden und nicht nur projektbezogene Unterstützung zu erhalten.“

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