ÖBB rollten auch dank Covid-Hilfen zu Gewinn
Das Ergebnis der Bundesbahnen lag im Vorjahr sogar über dem Vorkrisenniveau. Die Passagierzahlen erholen sich allerdings nur langsam.
Wien – Die ÖBB sehen sich wirtschaftlich wieder „auf Kurs“. 2021 erzielten die Bundesbahnen einen Gewinn vor Steuern (EBT) von 170 Mio. Euro. Dass das operative Ergebnis trotz deutlich geringerer Fahrgastzahlen sogar jenes des Jahres 2019 (169 Mio. Euro) übersteigt, liege auch an verkehrspolitischen Hilfen in der Corona-Krise, erklärten Vorstandschef Andreas Matthä und Finanzvorstand Arnold Schiefer vor JournalistInnen.
„Das Ergebnis wird aus positiven Ergebnissen aller Konzernbereiche gespeist“ und füge sich gut in die Reihe der vergangenen Jahre ein, lasse man das Corona-Krisenjahr 2020 außen vor, betonte Matthä.
Das „respektable Ergebnis“ sei auch verkehrspolitischer Unterstützung durch den Staat zu verdanken, von der auch andere Verkehrsbetriebe profitiert hätten, sagte ÖBB-Finanzchef Schiefer. Beim ÖBB-Ergebnis mitgeholfen haben rund 150 Mio. Euro an verschiedenen Hilfen. Dazu gehören etwa das Absenken des Schienenbenutzungsentgeltes und eine Notvergabe auf der Weststrecke. 2020 beliefen sich die Hilfen auf 200 Mio. Euro. Wie schon im Jahr davor haben die ÖBB-Vorstände 2021 auf ein Monatsgehalt verzichtet, berichtete Schiefer.
Die ÖBB erwarten heuer eine annähernde Normalisierung der Fahrgastzahlen. Laut Matthä lägen die Passagierzahlen im Fernverkehr wieder auf Vorkrisenniveau. Im Nahverkehr würden sich Home-Office-Regelungen weiter bemerkbar machen. Hier lägen die Zahlen aktuell mehr als 10 Prozent unter den Werten von 2019. Die stärksten Zuwächse gab es in Tirol, der Ostregion und Kärnten. Insgesamt fuhren im Vorjahr rund 323 Mio. Passagiere mit ÖBB-Zügen und Postbussen. Bei der Güterbeförderung gab es einen leichten Rückgang. Insgesamt wurden 94,1 Mio. Nettotonnen Güter vom Teilkonzern Rail Cargo befördert, um ca. ein Prozent weniger als 2020.
Der ÖBB-Konzern erwirtschaftete mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und 1800 Lehrlingen 2021 Umsätze von knapp 4,36 Mrd. Euro (2020: 4,08 Mrd. Euro). Die Gesamterlöse kamen auf 6,99 Mrd. Euro (2020: 6,72 Mrd. Euro).
Bis 2027 wollen die ÖBB 28 Mrd. Euro vor allem in den Streckenausbau, neue Fahrzeuge und erneuerbare Energien investieren. Um solcherlei Investitionen zu tätigen, ist es laut Schiefer wichtig, dass die ÖBB jährlich Gewinn machen oder eine schwarze Null verzeichnen, um die Investitionen zu refinanzieren. (ecke)
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