Entgeltliche Einschaltung

Unterstützung gegen russische Angriffe: USA trainieren Ukrainer

USA bilden ukrainische Soldaten an schweren Geschützen auch in Deutschland aus. Russlands Außenminister Lawrow wirft NATO vor, Friedenslösung zu verhindern.

  • Artikel
  • Diskussion
Ukrainische Soldaten an der Front im Donbass im Osten des Landes. Die USA bilden unterdessen ukrainische Soldaten an schweren Waffen aus.
© AFP/Chiba

Moskau, Kiew, Berlin – Parallel zu neuen russischen Angriffen und einer unübersichtlichen Gefechtslage im Osten der Ukraine haben die USA mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland und anderen Ländern begonnen. Dies bestätigte der Sprecher des US-Verteidigungsministers, John Kirby. Es gehe um den Umgang mit Haubitzen und anderen Waffensystemen, die Kiew zur Unterstützung im Krieg gegen Russland bekomme. Russische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Hunderte militärische Ziele im Osten der Ukraine getroffen – der ukrainische Generalstab spricht hingegen von erfolglosen Angriffen. Das ukrainische Militär werde an mehreren Standorten außerhalb der Ukraine trainiert, darunter Deutschland, sagte Kirby. Das Training der Soldaten auf deutschem Boden habe bereits begonnen. Die USA statten die Ukraine im großen Stil mit Waffen und Munition aus.

Entgeltliche Einschaltung

Während die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland nur schleppend verlaufen, werden die Gefechte mit aller Härte fortgesetzt. Beide Seiten berichteten von militärischen Erfolgen im heftig umkämpften Osten des Landes. Die russische Seite gab an, mehr als 380 ukrainische Militärobjekte getroffen zu haben. Der ukrainische Generalstab bestätigte am Samstag zwar neue Angriffe russischer Truppen – allerdings seien diese erfolglos geblieben. Es gebe an mehreren Stellen Versuche der russischen Streitkräfte, ins Landesinnere vorzustoßen. Allerdings würden die Attacken abgewehrt. In den umkämpften Gebieten Luhansk und Donezk im Osten seien 14 Angriffe abgewehrt worden. Russland ist nach Angaben der britischen Geheimdienste gezwungen, seine Streitkräfte im Nordosten der Ukraine nach gescheiterten Vorstößen neu aufzustellen. Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Verteidigungsministerium in London veröffentlichte.

Heftig umkämpft ist vor allem die Großstadt Charkiw im Nordosten des Landes. In der Nacht auf Samstag gab es heftige Explosionen. „Die Lage in der Region Charkiw ist schwierig“, sagte Selenskyj in einer Fernsehansprache, „aber unser Militär und unser Geheimdienst haben wichtige taktische Erfolge erzielt.“

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf dem westlichen Militärbündnis in einem Interview der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua vor, das Ende der „Spezialoperation“ – wie Moskau den bereits über zwei Monate dauernden russischen Angriffskrieg nennt – durch Waffenlieferungen und politische Vereinbarungen zu verhindern. Die Gespräche würden durch „militante Rhetorik und hetzerische Aktionen der westlichen Unterstützer von Kiew“ behindert.

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung

TT ePaper

Im arabischsprachigen Sender Al-Arabija warnte Lawrow, Russland kenne die Routen, über die die Ukraine aus dem Westen Waffen bekomme. Die Waffen sollten nun Ziel werden, „sobald sie das Territorium der Ukraine erreichen“. Er sagte aber auch, dass sich Russland nicht im Krieg mit der NATO sehe. Sein Land drohe nicht mit Atomwaffen, westliche Medien übertrieben bei diesem Thema. „Wir ‚spielen‘ nicht mit einem Atomkrieg“, sagte er. Russland will die Verhandlungen mit der Ukraine laut Lawrow fortsetzen. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Bericht der Zeitung Ukrajinska Prawda mit einem Abbruch gedroht. Er forderte direkte Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin, wozu Russland bislang nicht bereit ist. Die Verhandlungen hatten vier Tage nach der russischen Invasion am 24. Februar begonnen. (TT, dpa)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung