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Nur noch ein Chef für das Tiroler Symphonieorchester

Die designierte Landestheaterchefin Irene Girkinger wird auch die Spitze des Tiroler Symphonieorchesters personell verändern. BewerberInnen sollen vor Publikum auftreten.

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Für die beiden TSOI-Chefdirigenten Kerem Hasan (l.) und Lukas Beikircher stehen die Zeichen in Innsbruck auf Abschied.
© Chó/wefeelart.at, Matthias Pock

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Irene Girkinger, die designierte neue Intendantin des Tiroler Landestheaters (TLT), führt derzeit etliche Kulissengespräche. Sie sondiert das Gelände ihrer künftigen Wirkungsstätte in personeller Hinsicht: Wer bleibt, wer kommt, wer geht – auf und abseits der Bühne?

Gut drei Monate ist es her, dass die Oberösterreicherin, die mit Herbst 2023 Johannes Reitmeier an der Spitze des TLT ablöst, erstmals mit einer größeren Tiroler Öffentlichkeit Bekanntschaft machte: Sie nominierte ein komplett neues Führungsteam für alle Sparten des TLT – Schauspiel, Oper und Tanz. Damit beendete Girkinger in einem Aufwischen auch die lange Ära des populären Tanztheaterchefs Enrique Gasa Valga. Dies hatte einen mittleren Volksaufstand zur Folge: wütende Mails, Tausende Protestunterschriften.

Seither hat sich viel Wasser innabwärts bewegt. Der Wirbel ist abgeflacht. Eine weitere, ebenfalls heikle Personalie harrt aber noch dringend der Entscheidung Girkingers: die Leitung des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck (TSOI) ab Herbst 2023.

Beim TSOI teilen sich seit 2019 zwei Dirigenten die Chefposition. Der Brite Kerem Hasan verantwortet den sinfonischen Konzertbereich, der Südtiroler Lukas Beikircher hat die musikalische Leitung der Opern im TLT über.

Auch von diesen beiden Herren wird sich das Tiroler Publikum verabschieden müssen. Lukas Beikircher sagt es auf Nachfrage der TT frei heraus: Sein Vertrag laufe 2023 aus. Irene Girkinger plane mit ihm keine weitere Zusammenarbeit. Er findet sich damit ab: „Das ist ein ganz normaler Vorgang im Theater, das sind die Fakten.“

Kerem Hasan will sich über seine Zukunft nicht äußern. Doch der auftstrebende junge Dirigent ist dermaßen vielbeschäftigt, nicht zuletzt in seiner Heimatstadt London, dass er für Innsbruck wohl ohnehin kaum noch Zeit hätte. Es soll schon jetzt mitunter schwierig sein, Konzerttermine mit Hasan abzustimmen.

Während sich Girkinger permanent in Terminen befindet und keine Zeit für ein Telefonat findet, ist Alexander Rainer, der Leiter des TSOI-Orchesterbüros, deutlich auskunftsfreudiger. Nach seinen Worten befinde sich das Orchester „auf der intensiven Suche nach neuen DirigentInnen“. Künftig soll mit nur noch einer Führungsperson, einer Art Generalmusikdirektor/-in für Konzert und Oper, das Auslangen gefunden werden.

Die besten KandidatInnen werden zu Gastdirigaten nach Innsbruck eingeladen. Rainer: „Wir werden das vorab auch offen kommunizieren.“ Potenzielle neue TSOI-Chefitäten geben somit am Pult und vor Publikum gleich direkt ihre Bewerbung ab.


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