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Bessere Chancen für Frauen mit gynäkologischen Tumorerkrankungen

Österreichische Experten verweisen auf verbesserte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmutterhals-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs, vor allem durch Biomarkeranalyse und danach personalisierte Therapie.

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Wien – Rund 1900 Frauen erkranken jedes Jahr in Österreich an gynäkologischen Beckentumoren. Das sind Gebärmutterhals-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Aus Anlass des Ovarialkarzinom-Tages (8. Mai) verwiesen am Mittwoch österreichische Experten auf verbesserte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, vor allem durch Biomarkeranalyse und danach personalisierte Therapie.

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2018 wurden in Österreich 986 Fälle von Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) diagnostiziert, 763 Patientinnen erhielten eine Zervixkarzinom-Diagnose (Gebärmutterhalskrebs). Zusätzlich gab es noch 438 neue Fälle von Ovarialkarzinom-Erkrankungen (Eierstockkrebs), stellte Karl Tamussino, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MedUni Graz, bei der Online-Pressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) fest.

2019 gab es in Österreich infolge dieser Tumorerkrankungen insgesamt 817 Sterbefälle. Das größte Problem ist laut Lukas Hefler, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Ordensklinikum Linz/Konventspital Barmherzige Brüder, Eierstockkrebs: "Weniger als die Hälfte der Patientinnen überleben langfristig. Weil eine Vorsorge nicht möglich ist, werden drei Viertel aller Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert."

Bestimmung von Biomarkern hat hohen Stellenwert erlangt

Auch in diesen Bereich, so die Experten, hat in den vergangenen Jahren die Bestimmung von Biomarkern zur Abschätzung des Verlaufes der Erkrankungen und zur auf den Einzelfall abgestimmten Therapie einen hohen Stellenwert erlangt. Bei Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium kann eine Chemo-Immuntherapie bei einem Teil der Betroffenen eine längerfristige Kontrolle der Erkrankung bei hoher Lebensqualität erreichen. Ähnliches gelingt manchmal auch bereits bei Ovarialkarzinomen mit bestimmten molekularen Charakteristika. Hier kommen seit einigen Jahren sogenannte PARP-Inhibitoren und Anti-Angiogenesehemmer in Kombination zum Einsatz.

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Eine ähnliche Entwicklung gibt es beim Endometriumkarzinom. Speziell, wenn die molekularbiologische Charakterisierung der Tumorzellen ergibt, dass ein Defekt in Erbgut-Reparaturmechanismen vorliegt, kommt auch eine Immuntherapie infrage, betonte Christian Marth, Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der MedUni Innsbruck. Insgesamt rücken die Immuntherapien, bei welchen die Abwehrmechanismen sozusagen wieder "scharf" gegen die Karzinome gemacht werden sollen, im Bereich der gynäkologischen Tumorerkrankungen immer weiter an den Beginn medikamentöser Therapien. Sie kommen nicht erst bei einem Rückfall oder bei fortgeschrittener Erkrankung zum Einsatz. Das kann auch helfen, belastende Chemotherapien einzusparen. (APA)


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