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Geplanter Stopp von Öl aus Russland heizt die Inflation an

Die Spritpreise dürften aufgrund des geplanten Einfuhrstopps weiter steigen. Rufe nach Entlastung bei den Energiekosten werden lauter.

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Im März lagen die Spritpreise bereit­s über 2 Euro.
© Thomas Böhm

Wien, Kiew – Zu Jahresbeginn lag der Spritpreis bei rund 1,40 Euro, im März bei über 2 Euro, diese Woche ist er an den meisten Tankstellen mit 1,80 Euro angeschrieben – und wird dabei wohl nicht bleiben, denn mit dem geplanten Embargo von russischem Öl werde „der Druck am Markt steigen“, sagt Wifo-Chef Gabriel Felbermayer. Und das wiederum werde an die Zapfsäulen weitergegeben, „aber nicht eins zu eins“.

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Aber der Reihe nach: Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo hat ausgerechnet, welche Folgen das Einfuhrverbot von russischem Öl für Österreich hätte – und kam zu dem Ergebnis, dass es die heimische Wirtschaft nur marginal bremsen würde. So geht das Wifo davon aus, dass das Wachstum um 0,3 Prozentpunkte gedämpft werde. Andererseits sei das heimische Wirtschaftswachstum im ersten Quartal besser gewesen als bis vor Kurzem gedacht. Daher sei nicht klar, wie die Revision der Prognose ausgehe, die Ende März für heuer von einem BIP-Anstieg von 3,9 Prozent ausgegangen ist.

Der Ölmarkt bereitet sich an sich schon seit Wochen auf ein mögliches Embargo vor – der Rohölpreis ist bereits stark gestiegen. Jede Einschränkung mache aber weiter Druck, sagt der Wifo-Chef. Am Heizölmarkt ist das bereits spürbar: Seit der Ankündigung des geplanten Einfuhrverbots ist die Nachfrage nach Heizöl „sprunghaft angestiegen“, schreiben die Experten von „fastenergy“ in ihrem Marktbericht. In Zusammenhang mit den gestiegenen Gasölpreisen – Gasöl ist das unversteuerte Vorprodukt von Diesel und Heizöl – dürfte das zu einem weiteren Preisanstieg bei Heizöl führen. Insgesamt geht das Wifo deshalb davon aus, dass das Ölembargo die Inflation „um einen halben, vielleicht einen dreiviertel Prozentpunkt“ ansteigen lasse.

Die FPÖ spricht sich deshalb gegen das Einfuhrverbot aus: Komme das Embargo, werde „die Energieversorgung in Europa völlig auf den Kopf gestellt und die Teuerungsproblematik weiter angeheizt werden“, so Europasprecherin Petra Stege. Sie fordert Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) deshalb dazu auf, ein Veto gegen den Entwurf einzulegen. Die Transport- und Verkehrsbranche fordert indes eine Senkung der Mineralölsteuer. Ein Embargo mache die Forderung nach einer Entlastung bei den Energiekosten „umso dringlicher“, sagt deren Vertreter Alexander Klacska. Die Grünen unterstützen naturgemäß das Embargo. (TT)


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