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Szenarien für eine Wirtschaft ohne russisches Gas

Optimistisch gerechnet droht in Österreich Stagflation, pessimistisch eine Rezession, errechnet die Denkfabrik Agenda Austria.

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© JOE KLAMAR

Von Verena Langegger

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Innsbruck, Wien – Österreich stolpert „relativ planlos“ durch die aktuelle Gaskrise, sagt der Leiter der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria, Franz Schellhorn. Einen Plan für den schlimmsten Fall, also das Aus von russischem Gas, gebe es offenbar nicht. Die Denkfabrik hat daher in drei Szenarien errechnet, was passiert, wenn kein russisches Gas mehr fließt. Stagflation, aber auch Rezession seien wahrscheinlich. Im optimistischen Szenario der Berechnungen könnten kurzfristig zwei Drittel des Gas-Einbruchs kompensiert werden.

Einbrüche gebe es in Papierherstellung, Bergbau und chemischer Industrie. Da die Dienstleistungsbranche so gut wie kein Gas verbrauche, bliebe der Gesamteffekt für die Volkswirtschaft zunächst glimpflich. Der Rückgang der realen Wirtschaftsleistung werde insgesamt rund 1,5 Prozentpunkte betragen. Das entspricht einem Wert von 5,6 Milliarden Euro. 25.000 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Im mittleren Szenario wird angenommen, dass sich nur die Hälfte der russischen Gaslieferungen ersetzen lässt. Netto hat Österreich im Jahr 2022 damit um 25 Prozent weniger Gas zur Verfügung.

Insgesamt werde die reale Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozentpunkte sinken, also um rund neun Milliarden Euro. Damit seien rund 40.000 Arbeitsplätze bedroht. Im schlechtesten Fall wird davon ausgegangen, dass nur rund fünf Prozent des Gasausfalls ersetzt werden. Die Wirtschaft bricht um rund 4,5 Prozentpunkte ein, was 16,9 Milliarden Euro entspricht und fast 80.000 Menschen arbeitslos macht. Dringende Empfehlung der Ökonomen: Notfallpläne prüfen, den Ausstieg aus dem russischen Gas beschleunigen. Und da kurzfristig Gas als Energieträger nicht ersetzt werden könne, sollte die EU koordiniert versuchen, Alternativen zu russischen Anbietern zu finden.


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