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„Doctor Strange 2“: Wo bin ich und wenn ja, wie viele?

Der Marvel-Film „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ stellt die heldenhafte Alternativlosigkeit des „einzig möglichen Wegs“ auf den Prüfstand.

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Zuletzt spielte Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) in „Spiderman: No Way Home“ die Nebenrolle, sein zweites Solo-Abenteuer führt ihn nun ins Multiverse of Madness.
© Marvel/Disney

Von Marian Wilhelm

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Innsbruck – „Was weißt du über das Multiversum?“ Diese Frage stellen sich die Figuren in „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ öfter, zum Teil sogar der Herr Doktor selbst. Diesmal verschlägt es nämlich den zaubernden Mediziner der Marvel-Mannschaft (Benedict Cumberbatch) in allerlei Paralleluniversen. Und dort begegnet er durchaus auch seinen ebenso arroganten Alter Egos. Dabei wollte er eigentlich nur bei der Hochzeit seiner verflossenen Liebe (Rachel McAdams) auf ihr Glück anstoßen. Doch dann macht ein riesiges Tentakel-Monster in den Straßen von New York Jagd auf eine Jugendliche, die auf den sprechenden Namen America Sanchez (Xochitl Gomez) hört – und die hat die überraschende Fähigkeit, zwischen den Welten hin und her zu springen, wenn sie Angst bekommt.

Wir befinden uns in Folge 28 des Marvel Cinematic Universe (MCU). Ein Ende der lukrativen Filmserie ist für den Disney-Konzern noch lange keines in Sicht. Langsam, aber doch beginnt nun aber die Phase 4 nach der irgendwie passenden, Corona-bedingten Verschnaufpause nach dem „Endgame“ der Avengers (2019). Nach „Eternals“, „Shang-Chi“ und zwei Spider-Man-Auftritten und bevor es heuer noch mit „Thor: Love and Thunder“ im Juli und einer „Black Panther“-Fortsetzung ohne den verstorbenen Hauptdarsteller weitergeht, nun also noch ein zweiter Einzelfilm mit dem „Doctor“.

🎬 Trailer | „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“

Der wahre Bösewicht des Films ist einigen schon aus der Serie „WandaVision“ bekannt. Das Motiv für die Jagd nach Americas Superkraft ist diesmal ein sehr persönliches, familiäres. Dafür bietet die Reise durch die Multiversen ordentlich Abwechslung und überraschende Begegnungen. Beim schnellen Wechsel zwischen den Multiversen darf es sogar ganz kurz experimentell werden, wenn für Sekunden Comic-Zeichnung oder abstrakte Malerei auftaucht. Einmal wird sogar mit den fliegenden Musiknoten von Komponist Danny Elfman gekämpft. Dunkle und helle Magie, Zauberei und Hexerei, blaue, violette und rote Energie helfen beim Kampf gegen die Dämonen – doch die stecken eben auch in einem selbst. Für die Figuren stellt sich die Frage, ob sie wirklich in der besten aller Welten leben und mit all den Konsequenzen ihrer Weltrettungs-Handlungen glücklich werden können. Die heldenhafte Alternativlosigkeit des „einzig möglichen Wegs“ wird auf den Prüfstand gestellt.

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In der zweiten Hälfte entwickelt sich „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ immer mehr zum Mystery- und Horrorfilm. Das ist kein Zufall, zeichnet doch der 62-jährige Sam Raimi für die Regie verantwortlich. Der hat nicht nur Anfang der 2000er bewiesen, dass er dem Prä-MCU-Spiderman zu einer Trilogie verhelfen kann, sondern ist auch als Grusel-Meister bekannt. Freigegeben ist der Film ab zwölf Jahren – allzu düster und brutal wird es also doch nicht.

Am Ende geht es natürlich um die Rettung Americas, mit teils recht offensichtlicher Metaphorik: blaue gegen rote Strahlen und die Kraft, die America in sich finden muss, wenn sie sich ihren Ängsten stellt und sich selbst vertraut. Zumindest im Marvel-Multiversum.

Im Kino

Doctor Strange in the Multiverse of Madness. Ab 12 Jahren. Derzeit in den Kinos.


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