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ÖBB lud zu Perspektivenwechsel: Barrierefrei zu und in den Zügen

Die ÖBB haben gestern zum Perspektivenwechsel geladen. Mit Blindenstock und Rollstuhl konnte man Barrierefreiheit erleben.

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Christina Holmes und Robert Öllinger sind mit der barrierefreien Gestaltung des Innsbrucker Hauptbahnhofes zufrieden.
© Rita Falk

Von Rosa Karbon

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Innsbruck – Wussten Sie schon, dass 18,4 Prozent der Bevölkerung eine Behinderung haben? Mit diesem Satz auf einem Plakat begrüßten die ÖBB Zugreisende gestern am Innsbrucker Hauptbahnhof. Anlässlich des Tages der Inklusion wurde zu einem Perspektivenwechsel geladen.

Mit einer abgeklebten Brille und Blindenstock tastet sich eine junge Frau vorsichtig entlang der Rillen am Fußboden Richtung Aufzug. „Das Bodenleitsystem, die Brailleschrift, taktil gestaltete Knöpfe sowie die hörbare Ansage im Fahrstuhl tragen zur Barrierefreiheit bei“, erklärt Robert Öllinger. Der Wiener ist nicht nur zertifizierter Experte für barrierefreies Bauen, sondern auch selbst eingeschränkt.

Öllinger ist taub und fast blind – Voraussetzungen, mit denen lediglich rund 200 weitere Personen in Österreich zu kämpfen haben. Als Kampf sieht es Öllinger aber nicht. „Die Bahnsteige und Züge der ÖBB haben einen sehr hohen Grad an Barrierefreiheit.“ Zu 100 Prozent barrierefrei bauen könne man nicht, sagt er, die Krankheiten und Einschränkungen seien schlichtweg zu verschieden. „Man kann aber das Beste geben.“

Und das scheinen die ÖBB zu tun. Denn auch Christina Holmes ist mit der Ausstattung des größten Mobilitätsbetriebs Österreichs zufrieden. Die junge Frau sitzt bereits seit ihrer Kindheit im Rollstuhl – hat also schon viel gesehen. „In ländlichen Gegenden ist es meist schwieriger“, schildert Holmes ihre Erfahrungen. Verglichen mit anderen Ländern sei der Standard in Österreich aber bereits sehr hoch.

Barrierefreiheit ist jedoch nicht nur für Menschen mit dauerhaften Behinderungen vonnöten, betonen die ÖBB. Auch Personen mit einem Kinderwagen oder Gipsbein würden davon profitieren. „Barrierefreiheit ist essenziell für 10 Prozent der Bevölkerung, notwendig für 40 Prozent und komfortabel für 100 Prozent“, hieß es abschließend.


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