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Klaus Eckel lädt mit neuem Programm zum Eskapismus-Ritt

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Bisweilen ist bei Eckel die Hand nur eine Armweite entfernt
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Klaus Eckel ist wieder da. Der 48-jährige Kabarettist mit dem markanten Grinser hat am Donnerstag sein zehntes Programm "Wer langsam spricht, dem glaubt man nicht" im Globe Wien zur umjubelten Premiere gebracht. Was der kryptische Titel bedeutet, weiß der Wiener zwar selbst nicht, aber "die Reimform edelt Schwachsinn zur Weisheit". Dabei ist das, was in den folgenden zwei Stunden folgt, kein Schwachsinn, sondern ein skurriler Gedanken-Parforceritt als wohltuender Eskapismus.

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Eckel sitzt auf einem Schreibtischstuhl samt griffbereitem Keyboard und denkt sich seinen Teil über Pläne und Inkonsequenzen im Alltag, die gekränkte Gesellschaft und die Kindererziehung. Effektiv ist etwa die Drohung, die Kleinen bei Zuwiderhandlung am nächsten Tag im Biene-Maja-Kostüm von der Schule abzuholen.

Auch die beginnenden Bürden des Alters ("Lesebrillen sind mein Klopapier") beschäftigen den in der Endkurve Richtung 50 befindlichen Kleinkünstler. Aber was soll man machen, wenn Sex, Drugs und Rock 'n' Roll zu Grillen, Rasenmähen und Beschwerde über die laute Musik des Nachbarn mutieren? Die Gartenpflanzen sind auf der botanischen Palliativstation und der eigene Bauchnabel ist das Fusselsieb des Körpers.

Da bleibt einem nur die kleine Freude, mit 120 km/h auf der linken Spur der Autobahn zu fahren und dem lichthupenden Porschefahrer hinter einem langsam das Rollo im Rückfenster runterzulassen, auf das man "Einatmen, Ausatmen" geschrieben hat. Schließlich trägt man damit auch gleich ein wenig zum Umweltschutz bei, wie der Vatikan, der nun die Inlandsflüge verboten hat.

Dann gilt es nur noch, die Angst davor zu bekämpfen, dass die Maschinen den Menschen zu ähnlich werden und der Staubsaugerroboter nur mehr putzt, wenn man hinschaut. Zur Not hilft einem da ja die Schulabbrechermedizin - sprich Homöopathie. Da muss man offen sein, hat man doch schließlich keine Vorurteile, sondern gefühltes Wissen. Und im Fall der Fälle gibt es ja noch die Psychotherapeutin, zu der man gehen kann ("Ich habe keine Probleme, aber die erzählt mir schon was"). Oder man geht eben zu Klaus Eckel ins Programm, was ihm selbst zumindest als Zuschauer aber schwerfallen dürfte.


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