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Bohrinseln in den heimischen Seen: Projekt „Tiefer Sehen“ im Außerfern

Schüler der Volksschule Biberwier und der Mittelschule Ehrwald unterstützten Wissenschafter bei den Forschungsarbeiten am Blindsee, die 3a-Klasse des BRG Reutte jene am Plansee.

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Mit Booten wurden die jungen Forscher zur Bohrplattform am See gebracht. Dort wurden Sedimentproben entnommen.
© Molenaar

Biberwier, Reutte – Die heimischen Seen sind nicht nur Naherholungsgebiete und im Sommer heiß begehrte Badeplätze. Dort verborgene Ablagerungen sind auch wertvolle Archive. Sie speichern Informationen aus tiefster Vergangenheit über Erdbeben, Felsstürze oder Klimaveränderungen. Im Hechtsee beispielsweise sind die Spuren des großen Erdbebens von Lissabon 1755 archiviert, im Piburger See ein enormer Felssturz, im Achensee finden sich Spuren des Reaktorunfalls von Tschernobyl.

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Um die Erdbebenhistorie der letzten 15.000 Jahre zu rekonstruieren, wurde das Wissenschaftskommunikationsprojekt „Tiefer Sehen“ ins Leben gerufen. Dabei arbeitet die Arbeitsgruppe für Sedimentgeologie des Instituts für Geologie der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Verein Natopia mit Kindern aus zehn Tiroler Schulen zusammen. Unter wissenschaftlicher Anleitung lernen die Schüler „ihre“ Seen besser kennen und verstehen.

Diese Woche war es auch im Außerfern so weit: Schüler der Volksschule Biberwier und der Mittelschule Ehrwald unterstützten die Wissenschafter bei den Forschungsarbeiten am Blindsee, die 3a-Klasse des BRG Reutte jene am Plansee.

Von Bohrplattformen aus wurden See-Sedimentproben aus bis zu 70 Metern Tiefe entnommen. Zurück an Land wurden diese Bohrkerne vorsichtig geteilt und die Wissenschafter erklärten den Nachwuchsforschern, was die Schichten ihnen auf den ersten Blick verraten. Sie konnten dabei in ein Geschichtsbuch von Ereignissen blicken, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. (TT, fasi)

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