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40 Umwelt-NGOs drängen auf Stopp von Kraftwerksausbau im Kaunertal

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Agnes Zauner (Global 2000), Anita Hofmann (Kaunertal) und Bettina Urbanek (WWF/v. l.) präsentierten die Kaunertal-Erklärung.
© WWF/Hetfleisch

Innsbruck – Die Kaunertal-Erklärung 2022 untermauert die strikte Ablehnung von mehr als 40 Umweltinitiativen gegen den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal. Die ersten Pläne drangen Mitte der 2000er-Jahre an die Öffentlichkeit. Angeführt von WWF, Global 2000 und dem Verein Lebenswertes Kaunertal kommt jetzt eine weitere umweltpolitische Nuancierung hinzu: Keine Energiewende auf Kosten der Umwelt, betonten gestern in Innsbruck Bettina Urbanek (WWF), die Geschäftsführerin von Global 2000, Agnes Zauner, Anita Hofmann vom Lebenswerten Kaunertal und der Gewässerökologe Klement Tockner.

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Die schwarz-grüne Landesregierung wird in die Pflicht genommen, das Mindeste wäre für Bettina Urbanek ein Stopp der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Vorhaben des Landesenergieversorgers Tiwag. Sie fordert vielmehr ein generelles Aus für das Vorhaben und eine naturverträgliche Energiewende „statt der weiteren Verbauung alpiner Naturräume“.

Anita Hofmann warnt vor massiven Eingriffen, einer Zerstörung des alpinen Hochmoores und vor einer jahrelangen Lärm- und Verkehrsbelastung während der Bauphase. Raus aus dem Öl und Gas, hinein in die Photovoltaik. Für Agnes Zauner müssten Länder wie Tirol, aber auch der Bund noch mehr Anstrengungen für die Nutzung der Sonnenenergie und fürs Energiesparen unternehmen sowie „Öl- und Gas-Heizungen noch schneller auszutauschen“.

Als völlig deplatziert bezeichnete die „Umweltallianz“ die Aussage von Energiereferent LHStv. Josef Geisler (VP). Er meinte gegenüber der TT, wer gegen Wasserkraft sei, spiele autoritären Regimen in die Hände. Für Geisler geht es um beides, um den Ausbau der Wasserkraft und der Photovoltaik. „Unser Ziel, 2050 energieautonom zu werden, wurde nicht willkürlich gewählt, sondern ist eine realistische und machbare Zeitspanne.“

FPÖ-Parteiobmann Markus Abwerzger unterstützt den Ausbau der Wasserkraft. „Die Grünen torpedierten seit 2013 als Regierungspartei jegliche Ausbau- und Neubauprojekte und die ÖVP lässt dies zu“, kritisiert er auch die Volkspartei.

Landesumweltanwalt Walter Tschon stellte am Freitag noch einmal klar, dass er ausdrücklich die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wie Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpe, Biomasse, Biogas, Kraft-Wärme-Kopplung, Elektromobilität und Wasserkraft unterstütze. „Ich bin jedoch gegen den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal in der derzeit projektierten Fassung und vor allem unter Inanspruchnahme des Platzertales mit der Zerstörung von 6,5 Hektar Hochmoor.“ (pn)


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