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TT-Analyse zur Tiroler SPÖ: „Schorsch“-AG steht vor schwierigem Wahlkampf

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Peter Nindler

Analyse

Von Peter Nindler

Der Tiroler SPÖ-Vorsitzende Georg Dornauer polarisiert. In der eigenen Partei hat er sein Ego bzw. die „Schorsch“-AG zuletzt zurückgenommen, seine Oppositionskollegen haben ihn aber nach wie vor „aufgeschrieben“. Weil er zu oft sein Ding durchzieht und nicht mit der frontalen Gegnerschaft gegen die ÖVP mitzieht. Das hat zwei gewichtige Gründe:

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Zum einen will sich der Vorsitzende der stärksten Oppositionspartei nicht vorwiegend vor den Karren der Liste Fritz spannen lassen, die eine vereinigte Opposition für ihre politischen Anliegen benötigt. Andererseits spekuliert Dornauer mit einer Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl. Das wird eine schwierige Gratwanderung im Wahlkampf, die mit Argusaugen auch von den Genossen beobachtet wird.

Links, aber bürgerlich – so versucht Dornauer die Partei zu positionieren. Seine Karten sind nicht die schlechtesten, schließlich lähmen sich die Grünen gerade selbst, weil sie es nicht geschafft haben, eine klare Personalansage für die Wahl zu treffen. Und in der ÖVP ist die Leidenschaft, mit den Grünen ein drittes Mal zu regieren, enden wollend: Stichwort Kraftwerksbau, Problemwölfe oder Seilbahnprogramm.

So richtig politisch „sexy“ wäre eine Rückkehr zu Schwarz-Rot allerdings nicht. Noch zu frisch sind die Erinnerungen an den schwarz-roten Stillstand im Bund und die Abnützungserscheinungen in Tirol. Aber muss es immer rocken wie anfangs bei Schwarz-Grün? Mitnichten, schließlich geht es mehr denn je um Stabilität, um soziale Herausforderungen, um Maßnahmen gegen die Teuerung und speziell in Tirol um leistbares Wohnen. Themen, für die eine Partei wie die SPÖ und die mit ihr eng verbundene Gewerkschaft quasi stehen.

Trotzdem muss Dornauer aufpassen, in keinen Ministranten-Wahlkampf hineinzudriften. Er benötigt deutliche Zugewinne, zugleich gilt es, die ÖVP nach ihrem Wahl-Triumph von 2018 zurückzustutzen. Er soll deshalb im richtigen Moment in den aus der Formel 1 bekannten „DRS“-Agriffsmodus wechseln und zeitgerecht anbremsen. FPÖ, Liste Fritz und mit Abstrichen die NEOS können hingegen durchgehend mit Top-Speed die ÖVP angreifen.


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