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Nachfolge im Ministerium: Dünne Personaldecke in Tiroler Volkspartei

Hechenberger, Abentung und Jeitler-Cincelli werden als mögliche Kandidaten genannt.

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Hechenberger schielt eher auf die Geisler-Nachfolge.
© Falk

Innsbruck – Einer in der Tiroler ÖVP konnte gestern herzhaft scherzen – nämlich Wirtschaftsbundobmann NR Franz Hörl. „Mich fragt ohnehin niemand, ob ich Minister werden möchte“, sagt der ob seines rustikalen Stils „gefürchtete“ Tiroler ÖVP-Politiker. Und dass Landeshauptmann Günther Platter (VP) nach dem Rücktritt von Margarete Schramböck weiter auf ein Tiroler Regierungsmitglied drängt, ist ebenfalls eine Mär. Denn woher politisch nehmen, wenn nicht stehlen, war gestern aus der Partei zu vernehmen. Die Personaldecke in der Tiroler VP ist derzeit nämlich dünn. Und wer tut sich in Zeiten wie diesen schon einen unsicheren Job in der Bundesregierung in Wien an, der schneller vorbei sein kann als die Einarbeitungszeit?

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EU-Parlamentarierin Barbara Thaler (40) – sie kommt aus dem Wirtschaftsbund – hat vorbeugend bereits abgewunken. Sie will in Brüssel bleiben und zeigt vorerst nicht einmal Interesse, in die Landesregierung zu wechseln – sollte sie gefragt werden.

Die gebürtige Tirolerin und stellvertretende Generalsekretärin des Österreichischen Wirtschaftsbundes NR Carmen Jeitler-Cincelli (42) würde hingegen wohl nicht lange zögern und sofort dem Ruf auf die Regierungsbank folgen.

Bei einem klassischen Agrarressort ohne Tourismus fiel sofort der Name von Bauernbundobmann und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (VP). Doch die Lebensplanung des 60-Jährigen ist eine andere. Bereits 2013 hat er abgesagt. Für Landwirtschaftskammerpräsident und VP-Nationalrat Josef Hechenberger (47) wäre ein Ministeramt sicher eine Option. Doch er schielt eher – und das mit guten Chancen – auf die Geisler-Nachfolge in Tirol.

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Bleibt noch der ewige Joker Johannes Abentung (61). Der Götzener kennt das Landwirtschaftsministerium wie kein Zweiter, war er doch Sektionschef und später Bauernbunddirektor. Seit 1. März leitet er das Fairness-Büro im Ministerium. Es ist eine Art Beschwerdestelle für Bäuerinnen und Bauern, die von unfairen Geschäftspraktiken betroffen sind.

Platter dankte gestern der scheidenden Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. „Angesichts der dramatischen Teuerung, die auch Österreichs Betriebe massiv trifft, ist es wichtig, dass die Personalentscheidungen rasch getroffen werden und die Arbeit in der Bundesregierung fortgesetzt wird“, mahnt Platter zu einer raschen Nachfolge. Für ihn ist Bundeskanzler Nehammer jetzt am Zug. (pn)


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