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Der Song Contest im Schatten des Krieges: So politisch wie noch nie?

Wir alle kennen sie: Die Mär vom unpolitischen Song Contest. In diesem Jahr zeichnet sich ein Solidaritätssieg für die Ukraine ab. Überraschend ist das nicht. Der Popzirkus war schon immer ein Politikum. Doch ist das per se zu verteufeln? Der Versuch einer Aufarbeitung.

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„Eurovision Statement Contest"? Der ukrainische Beitrag wird in diesem Jahr hoch gehandelt.
© IMAGO/Sander Koning

Von Tamara Stocker

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Innsbruck – „Nieder mit Franco, nieder mit Salazar" – mit einem Plakat, auf dem genau diese Worte geschrieben stehen, stürmt ein Mann die Bühne. Er will sich damit gegen das diktatorische Militärregime in Spanien und Portugal auflehnen. Das alles passiert am 21. März 1964 in Kopenhagen, wo abends die 9. Ausgabe des „Grand Prix Eurovision de la Chanson" stattfindet. Es wird das erste Mal sein, dass beim Song Contest zwischen vielen harmlosen Schlagern eine politische Botschaft eine so plakative Rolle spielt. Allerdings nicht zum letzten Mal.

Da ist heuer die Favoritenrolle der ukrainischen Vertreter, der Band Kalush Orchestra mit „Stefania", nur ein Beispiel. Nachdem Russland wegen der Invasion in die Ukraine vom Bewerb ausgeschlossen wurde, entsendet Kiew nun die Rap-Folklore-Truppe – nachdem zuvor die ursprünglich im Vorentscheid gekürte Alina Pash wegen einer kritisierten Reise auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Jahr 2015 ihre Teilnahme zurückzog. 2009 entspann sich zudem eine Debatte mit Georgien, das ein Jahr nach der russischen Intervention in seinem Land beim ESC in Moskau mit dem Anti-Putin-Lied „We Don't Wanna Put In" antreten wollte – und nach Protest der Veranstalter schließlich auf eine Teilnahme verzichtete. Und nach der Krim-Annexion 2014 bekamen die russischen Tolmachevy Sisters in Kopenhagen mit Pfiffen den Unmut des Publikums zu spüren.

🤜​🤛​ Offene Feindschaften

Immer wieder wurden beim ESC auch offen die Feindschaft zwischen zwei Ländern ausgetragen.

Zum Beispiel: Griechenland und die Türkei 1975. Griechenland protestierte gegen den Einmarsch der Türkei in Zypern, indem es die Teilnahme am ESC in Stockholm verweigerte.

Ein Jahr später ist Griechenland wieder mit von der Partie – mit dem Lied „Panayia Mou, Panayia Mou". Darin singt Mariza Koch davon, wie die Türkei mit der Brandwaffe Napalm Zypern zerstört.

Die Türkei gab die Retourkutsche: Sie blieb nun dem ESC fern. Und bei der Übertragung des Wettbewerbs griff sie zur Zensur – anstelle des griechischen Beitrags strahlte das türkische Fernsehen ein nationalistisches türkisches Lied aus.

Georgiens Protest gegen Russland am ESC 2009 in Moskau hingegen wurde nicht gehört. Ein Jahr nach dem Kaukasuskrieg wollte Georgien mit dem Lied „We Don't Wanna Put In" antreten. Doch das tönte dann doch zu offensichtlich nach „We don't want a Putin". Die EBU schloss Georgien von der Teilnahme aus.

Russland ist aber nicht der einzige unsichere Kantonist im Song-Contest-Reigen. Beispielsweise boykottierte Griechenland den Bewerb 1975 wegen des ausgebrochenen Zypernkonflikts. Schließlich nahm Kriegsgegner Türkei damals erstmals am ESC teil. Und auch der Dauerkonfliktherd Naher Osten sorgte immer wieder für Kontroversen. So machten etwa 1979 arabische Staaten Druck auf die Türkei, die Teilnahme wegen der Beteiligung Israels abzusagen. Vor drei Jahren gab es dann Boykottforderungen einer Initiative wegen der israelischen Besatzung der Palästinensergebiete. Und während der Jugoslawienkriege war der von Slobodan Milosevic beherrschte, serbisch dominierte Reststaat ab 1993 für zehn Jahre ausgeschlossen worden. Das Politische beim unpolitischen Event hat also Tradition.

📽️ Video | Georgien – We don't wanna put in (ESC 2009)

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Dabei sollte der ESC eigentlich kein politisches Pflaster sein. So steht es zumindest explizit im offiziellen Regelwerk der European Broadcasting Union (EBU) geschrieben:

Der ESC ist eine unpolitische Veranstaltung. Alle teilnehmenden Rundfunkanstalten einschließlich der ausrichtenden Rundfunkanstalt haben dafür Sorge zu tragen, (...) dass der ESC in keinem Fall politisiert und/oder instrumentalisiert wird, (...) dass Organisationen, Institutionen, politische der sonstige Anliegen (...) während der Veranstaltung weder direkt noch indirekt beworben, herausgestellt oder erwähnt werden. Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen. Es gilt, die ESC-Werte zu beachten: Universalität, Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion sowie die stolze Tradition, die Vielfalt durch die Musik zu feiern.
ESC-Reglement der EBU

So weit die Theorie. Mit diesen Zeilen will die EBU einen Art unpolitischen Ethos durchsetzen, etwa vergleichbar mit den Olympischen Spielen oder der Fußball-Weltmeisterschaft. Was bei dem ganzen „Beim ESC geht es schon lange nicht mehr um die Musik"-Genöle gern vergessen wird: Auch bei sportlichen Großevents spielt die Politik immer ganz vorne mit. Wenn viele Nationen mit ihren unterschiedlichen Kulturen, Werthaltungen und sozialen Normen aufeinandertreffen, kann man nicht nicht politisieren. Und so ist auch der Song Contest ein Bewerb, der zwar nie politisch sein will und natürlich doch keine andere Wahl hat. Die innerhalb eines Landes schwelenden Konflikte kann der Musikzirkus auch durch noch so viel Glitzer und Glamour nicht überstrahlen.

Von Karel Gott bis Conchita Wurst

So ist es auch an jenem Märzabend im Jahr 1964. Das Plakat des Mannes sorgt für einen politischen Eklat. Der Protestant wird schnell von der Bühne gezogen, doch sein Appell zum Boykott hallt nach. Portugal ist mit 0 Punkten einer der Verlierer des Abends.

Fünf Jahre später, 1969, regiert Diktator Francisco Franco immer noch in Spanien. Aus Protest bleibt dieses mal Österreich dem Grand Prix fern. Ein Jahr zuvor – mitten im Prager Frühling – schickt Österreich bewusst den Tschechen Karel Gott ins Rennen, als Zeichen der Entspannung im Kalten Krieg. Sein Lied „Tausend Fenster" beschreibt dabei auch die wachsende Entfremdung zwischen Ost und West.

Wie auf kleinen Inseln leben wir / Du weißt nicht mal, wer wohnt neben dir / Ihr alle kennt euch nicht / In der gleichen Welt von Lärm und Licht
Tausend Fenster (Karel Gott)

📽️ Video | Karel Gott – Tausend Fenster (ESC 1968)

🌍​ Karel Gott und der Kalte Krieg

Zur Zeit des Kalten Krieges durften die Ostblock-Staaten nicht am „Grand Prix Eurovision de la Chanson" teilnehmen. Also gründeten sie ihren eigenen Wettbewerb: den Intervision Song Contest. Er fand von 1960 bis 1980 statt und wurde zu einer Austauschplattform zwischen Ost und West.

Immer wieder rekrutierte der Westen dort auch Kandidaten für den Grand Prix. Helena Vondráčkovázum Beispiel gewann 1977 den Intervision Song Contest. 1978 tritt sie am Grand Prix an – für Deutschland.

Der tschechoslowakische Sänger Karel Gott holt 1968 den Intervision-Sieg. Im gleichen Jahr schickt ihn Österreich zum Grand Prix, mit dem symbolischen Lied „Tausend Fenster", das von der Entfremdung von Ost und West im geteilten Europa erzählt.

Dass Karel Gott Österreich überhaupt vertreten konnte, lag am Prager Frühling, der Zeit der Liberalisierung: Weil die Zensur gelockert wurde, konnte das tschechoslowakische Fernsehen mit dem österreichischen kooperieren. Ein Paradebeispiel für kulturelle Diplomatie.

Während Karel Gott nur 13. wurde, gewann 1982 mit Nicole erstmals ein deutscher Beitrag den ESC: „Ein bißchen Frieden“. Damit setzte sie ein Zeichen gegen den drohenden Falklandkrieg und militärische Aufrüstung. Es war immer noch die Zeit des Kalten Kriegs – und der Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung.

Immer wieder kommt es vor, dass Lieder beim Song Contest die Zeitgeschichte aufarbeiten, spiegeln, kommentieren und katalysieren. Ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

  • 2013 setzte die Finnin Krista Siegfrids mit ihrem Song „Marry Me" ein Zeichen gegen das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen in ihrem Heimatland – und küsste beim Auftritt eine ihrer Backgroundtänzerinnen. Sie wurde Vierte.
  • 2015 nahm die armenische Band Genealogy mit dem Song „Face the Shadow" teil, in dem es um die heutigen Spuren des Genozids an den Armeniern ging. Sie belegten Platz sieben.
  • Im selben Jahr wurde die Russin Polina Gagarina Zweite, die mit dem versöhnlichen Beitrag „A Million Voices" einen Aufruf zu harmonischem Miteinander präsentierte.
  • 2016 gewann die ukrainische Sängerin Jamala mit einem Song, der von der Deportation der Krimtataren 1944 erzählt.
  • 2018 wiederum gewann mit dem Song „Toy" der Israelin Netta eine Hymne gegen chauvinistische Männer und für weibliche Selbstbestimmung als Antwort auf die #MeToo-Debatte.
  • 2021 wurde Weißrussland disqualifiziert, da der Liedtext die Proteste gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko verspotteten.
Der Kuss der finnischen Sängerin Krista Siegfrids mit einer ihrer Tänzerinnen sorgte 2013 für offizielle Proteste, die Türkei verweigerte gar die Ausstrahlung.
© EBU

Zwar prüft die EBU jedes Lied im Vorfeld, am Ende hat sie aber nicht in der Hand, wie das Gesungene aufgefasst wird. So gibt es beim ESC eben auch Begebenheiten, die sich nicht direkt gegen eine Regierung oder ein Land richten, aber dennoch politische Reaktionen provozieren. Als sich 1978 der erste Sieg Israels abzeichnete, unterbrach Jordanien die landesweite Ausstrahlung und rief am nächsten Tag den zweitplatzierten belgischen Beitrag zum Gewinner aus. 1998 gab es heftige Proteste aus dem eigenen Land, als die transgeschlechtliche Sängerin Dana International zum Leidwesen der orthodox-jüdischen Gemeinschaft für Israel antrat und auch noch gewann.

📽️ Video | Dana International – Diva (ESC 1998)

Es war nicht das erste Mal, dass ein Land den ESC dafür nutzte, sich ein toleranteres Image anzueignen. Das versuchte auch Österreich, als Kurt Waldheim 1986 trotz seiner NS-Verstrickungen zum Bundespräsident gewählt wurde. Auf internationaler Bühne bemühte man sich um Schadensbegrenzung und schickte die Jüdin Timna Brauer zum Song Contest nach Norwegen. Sie belegte den drittletzten Platz. Damals vermutete man eine Art internationalen Boykott gegen Österreich.

📽️ Video | Timna Brauer – Die Zeit ist einsam (ESC 1968)

Dana International jedenfalls ebnete den Weg für sexuelle Minderheiten beim Song Contest. Entsprechend groß war die Begeisterung in der LGBTQ-Community. So avancierte der ESC immer mehr zu einem wichtigen Event der queeren Szene.

16 Jahre später war es 2014 Conchita Wurst, die das Tor für Toleranz und klare Statements bei Europas größtem Musikwettbewerb weiter aufgestoßen hatte. Die bloße Teilnahme der Frau mit Bart war bereits im Vorfeld Nährboden für Homophobie. So hieß es etwa in einer russischen Petition: „Den beliebten internationalen Wettbewerb, den auch unsere Kinder an den Bildschirmen verfolgen, haben europäische Liberale zu einem Schaufenster der Perversion verkommen lassen."

🧔🏻‍ Conchita Wurst als Feindbild des Kreml

Nach Conchitas Sieg saß der Stachel in Russland umso tiefer. „Unsere Empörung ist grenzenlos, das ist das Ende Europas“, wetterte der rechts-nationalistische Abgeordnete Wladimir Schirinowski. „Da unten gibt es keine Frauen und Männer mehr, sondern stattdessen ein Es. Vor 50 Jahren hat die sowjetische Armee Österreich besetzt, es freizugeben war ein Fehler, wir hätten dort bleiben sollen.“ Er bezog sich dabei auf die Besatzungszeit in Österreichs Osten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Waleri Raschkin, Chef der Kommunistischen Partei, drohte sogar mit dem Ausstieg Russlands aus dem Song Contest. Der Sieg von Conchita Wurst habe das Fass zum Überlaufen gebracht und es sei für Russland nun an der Zeit, den Wettbewerb zu verlassen. Die Geduld sei einfach erschöpft. „Wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren", so der Politiker weiter.

In Moskau fand der ESC 2009 in einem Klima zunehmender staatlicher Repression queerer Menschen statt. Dieses Klima kulminierte 2013 in der Verabschiedung des Gesetzes gegen „homosexuelle Propaganda“. Faktisch werden queere Menschen in der russischen Öffentlichkeit damit kriminalisiert. In der Folge kam es beim ESC vermehrt zu Fan-Protesten während der russischen Beiträge. Die EBU verbot daraufhin 2016 den Einsatz von Regenbogenflaggen zu „politischen Zwecken“.

Zwischen politische Bündnissen und Punktezuschanzerei

Die Punktevergabe an den russischen Beitrag wurde damals teilweise mit lauten Buhrufen quittiert – ein Novum beim ansonsten harmonischen Gesangswettbewerb. Der Unmut richtete sich gleichermaßen gegen Putins schwulenfeindliche Politik und das russische Vorgehen um die Annexion der Krim.

Apropos Punktevergabe: Allein schon wegen des Abstimmungssystems hatte der ESC immer schon eine politische Dimension. So halten meist die Skandinavier, die Balkanländer und die postsowjetischen Staaten zusammen. Auch der „imperiale" Block Großbritannien, Irland und Malta funktioniert. Und 2016 gewann die Ukraine – als Reaktion auf die Okkupation der Krim.

🤝​ Zukunftsvisionen

Oft formulieren ESC-Lieder ganz konkrete Utopien: Der erste ESC nach dem Ende des Kalten Krieges fand 1990 in Zagreb statt. Der Gewinner: der Italiener Toto Cutugno.

In seiner Ballade „Insieme 1992" formuliert er die Hoffnung, dass Europa die Teilung des Kalten Krieges überwinden könne. Er singt von einem vereinigten, grenzenlosen Europa mit geteilten Idealen – zwei Jahre vor dem Gründungsvertrag der Europäischen Union.

Toto Cutugno singt nicht nur Worte der Einigkeit, sondern demonstriert sie auch: Seine Backgroundsängerinnen gehören zur slowenischen Gruppe „Pepel in Kri".

Am Ende seiner Performance tritt Cutugno vor die politischen Führer Jugoslawiens im Publikum. „Insieme 1992" wird zum Schwanengesang für die jugoslawische kommunistische Partei: Am Tag drauf finden die ersten freien Wahlen statt, bei denen Franjo Tuđman gewinnt und Kroatien in die Unabhängigkeit führt.

Von Fanseite wird auch in diesem Jahr jedenfalls viel Solidarität für die Ukraine erwartet. Ein Sieg scheint sehr wahrscheinlich. Steht somit das starke Zeichen der Sympathie über der Bewertung der Qualität von Act, Song und Inszenierung? Das werden Publikum und Fachjury entscheiden müssen.

Die letzten Jahre haben jedenfalls deutlich gezeigt, dass die Zuschauer Beiträge mit politischer oder sozialer Botschaft hören und sich damit identifizieren wollen. Anders sieht das bei den Jurys aus, deren Stimmen immerhin 50 Prozent zum Endergebnis beitragen: Sie lassen sich meist weniger vom Weltgeschehen leiten und punkten politische Beiträge tendenziell eher nach unten. „Bei der Abstimmung sollen die Jurymitglieder ihre professionellen Kenntnisse sprechen lassen, ohne einen Kandidaten wegen seiner Nationalität, seines Geschlechts oder ähnlichem zu bevorzugen", heißt es dazu im Regelkatalog.

Der ESC besitzt ein starkes verbindendes Element

Die Frage, die sich bei all dem stellt: Wo fängt das Politische an und wo hört es auf? Nicht alles ist so eindeutig interpretierbar wie der Ausschluss Russlands. Die Grenzen sind fließend und kaum objektiv zu definieren. Am Schluss ist es die Werthaltung Europas, die entscheidet.

Und natürlich wäre es ein schönes Zeichen, wenn Europa sich solidarisch zeigt und eine starke (politische) Botschaft aussendet. Denn auch wenn es viele Kräfte gibt, die die Staaten Europas auseinander reißen und die Kontroversen in den Liedern deutlich werden, so macht der Song Contest vor allem eines: Er verbindet. Und hält die Länder (weiterhin) zusammen.

So würde ein Gewinn der Ukraine genau jene Worte zum Ausdruck bringen, die Jamala 2016 in ihrer Siegesrede verwendete: „I really want peace and love for everyone". Denn um genau das geht es beim Eurovision Song Contest: Um Liebe und ein friedliches Miteinander aller Nationen. Dazu hat die Politik maßgeblich beizutragen.


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