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Ein „Reformknochen“, der erst zu prüfen ist: Demo für Pflege in Innsbruck

Gut 2000 Menschen gingen gestern in Innsbruck für die Pflege auf die Straße. Auf Gesundheitslandesrätin Leja war man nicht gut zu sprechen.

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Österreichweit, so wie hier auch in Innsbruck, gingen Gewerkschaften und Pflegekräfte gestern auf die Straße.
© Böhm

Innsbruck – Gelbwesten, Rotwesten, Gugga-Musik, „Pflege-Rap“, Trillerpfeifen und dazwischen Botschaften („Alarmstufe Rot in der Pflege“), die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Und auch keiner weiteren Erklärung bedurften. Rund 2000 gewerkschaftlich organisierte Demonstranten zogen gestern in Innsbruck vom Hauptbahnhof zur Klinik und von da weiter zum Landhausplatz. Sogar aus Salzburg und Vorarlberg waren vom aktiven Pfleger bis hin zur Pflegeschülerin viele angereist, denen die Zukunft ihres Berufs am Herzen liegt.

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Zynismus lag in den Abschlussreden unterhalb der Bürofenster von Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP) in der Luft. Zunächst gegenüber Wien und der nur wenige Stunden zuvor verkündeten Reform (siehe oben). Weder der „Heilige Geist“ habe die Regierenden wohl über Nacht erleuchtet, noch glaube man an Zufälle, hieß es. Vielmehr fühle man sich nun, als ob man von Wien aus „einen Knochen vorgeworfen“ bekommen habe, wie AK-Präsident Erwin Zangerl sagte. Einen, den man nun erst via Sozialpartnerschaft zu prüfen habe, ob auch genügend Fleisch daran sei. Immerhin: Ein Anfang sei gemacht, so Zangerl. Dem pflichtete GÖD-Gewerkschafter Gerhard Seier bei. Ein erster Schritt, dem jedoch weitere folgen müssten.

Auf das, was Leja noch an Reformschritten versprochen hat, wartet man. Man lasse sich aber nicht vorwerfen, „politisches Kleingeld“ aus der Pflege-Debatte zu schlagen, warnte Zangerl. Und auch ÖGB-Landeschef Philip Wohlgemuth mahnte Leja, ja kein „Verantwortungs-Pingpong“ zu spielen. (mami)

„Schnell in Tirol umsetzen“

Dass Landeshauptmann Günther Platter und Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP) gestern unisono das Pflegepaket des Bundes über den grünen Klee lobten, war nicht weiter verwunderlich, weil erwartbar. Platter versicherte, dass Tirol alles daransetzen werde, die vorgestellten Maßnahmen auch auf Landesebene umzusetzen. Tirol werde seine Verantwortung auch „hinsichtlich der anteilig anfallenden Kosten selbstverständlich übernehmen“, so Platter. Gleichzeitig, so Leja, werde man aber auch auf Landesebene in einem Monat ein weiterführendes Pflegepaket präsentieren.

Während Innsbrucks VP-Vize-BM Johannes Anzengruber die Landeshauptstadt als Pilotregion für die Pflege-Lehre in Stellung bringt, freut sich Grünen-Klubobmann Gebi Mair über die finanzielle Pflege-Gleichstellung mit der Polizeiausbildung. (mami)

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