Osttirol

Hochbetagt ist in Osttirols Wohn- und Pflegeheimen keine Seltenheit

Elisabeth Obertscheider feierte ihren 100. Geburtstag. Sie gehört zu den ältesten Bewohnerinnen der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime.
© Webhofer

Von Catharina Oblasser

Lienz, Matrei i. O. – In den vier Osttiroler Wohn- und Pflegeheimen wird oft Geburtstag gefeiert. Vor wenigen Tagen war Elisabeth Obertscheider an der Reihe. Die Bewohnerin des Heims Matrei wurde als achtes von zwölf Kindern auf einem Bauernhof in Anras geboren und ist seit 100 Jahren auf der Welt.

Die „Liese“ gehört zwar zu den Ältesten in den Osttiroler Heimen, doch hohes Alter ist an den Standorten Lienz, Nußdorf-Debant, Matrei i. O. und Sillian keine Seltenheit. „Derzeit leben 438 Personen bei uns“, erklärt Direktor Franz Webhofer. „Davon ist etwa ein Drittel 90 Jahre oder älter. Drei unserer Bewohnerinnen sind 101 Jahre alt, und zwei haben sogar schon den 102. Geburtstag gefeiert.“ Männer finden sich übrigens nicht in der 100-plus-Gruppe. Dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben, wird damit bestätigt. Geht es nach dem Altersschnitt in den vier Heimen, so deutet das darauf hin, dass die Menschen in Osttirol besonders alt werden.

Die über 100-Jährigen sind, ebenso wie Elisabeth Obertscheider, erstaunlich fit, sagt Webhofer. Aber im Großen und Ganzen verzeichnen die vier Heime eine hohe Pflegelastigkeit – also viele Bewohner, die intensive Betreuung und Hilfe brauchen. Der Heimleiter erklärt sich das so: „Bei uns werden alte Menschen noch sehr lange zu Hause gepflegt. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht und die Versorgung daheim nicht mehr möglich ist, kommen sie zu uns.“

Eine Warteliste für Heimplätze gibt es nach wie vor, doch die Chancen stehen gut. Es gibt nach Corona wieder ausreichend Personal.

Verwandte Themen