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Bescheid für Bahnanbindung in Rohrberg ist in Reichweite

Neue Zillertalbahntrasse zur Zillertal Arena beinhaltet Österreichs längste Regionalbahnbrücke. Wasserstoffzüge sollen im Sommer bestellt werden.

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174 Meter lang soll die neue Eisenbahnbrücke über den Ziller von Aschau nach Rohrberg werden.
© ZVB

Von Angela Dähling

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Jenbach, Rohrberg, Mayrhofen – Die Zillertalbahn dampft der wasserstoffbetriebenen Zukunft ihres Regelverkehrs entgegen. Ein weiterer Meilenstein rückt jetzt in Reichweite, nämlich die Realisierung der Trassenverlegung von Aschau Richtung Rohrberg und damit die Anbindung des Skigebietes Zillertal Arena.

„Der eisenbahnrechtliche Baubescheid wird für nächste Woche erwartet, ein UVP-Verfahren war nicht nötig“, teilte Helmut Schreiner, Geschäftsführer der Zillertaler Verkehrsbetriebe, im Rahmen einer Mobilitätsdiskussion in Zell mit. Anfang Mai habe die Verhandlung dazu mit Grundeigentümern, Planern, Vertretern der Fachabteilungen des Landes, der BH sowie den betroffenen Gemeinden stattgefunden.

„Die Grundeigentümer teilten mit, dass sie das Projekt grundsätzlich nicht beeinspruchen, aber gewisse Bedingungen sind noch zivilrechtlich zu regeln“, informiert Schreiner und spricht von einer „guten Basis für Verhandlungen“. Für das neue, 3384 Meter lange Streckenstück werden ca. 30.000 m² Grund benötigt, ebenso viel Fläche wird auf der Bestandsstrecke, die derzeit von Aschau direkt nach Zell führt, zurückgebaut. Sechs Eisenbahnkreuzungen können dann aufgelassen werden und die um 1900 erbaute und denkmalgeschützte Zeller Brücke wird zur Fuß- und Radbrücke. Im Gegenzug soll Richtung Rohrberg neben der B169 eine neue, neun Meter breite Eisenbahnbrücke über den Ziller gebaut werden. „Sie wäre mit 174 Metern die längste Regionalbahnbrücke in Österreich“, sagt Schreiner.

Künftig könnten die Zeller Bergbahnbenutzer (die Bahn befindet sich auf Rohrberger Gemeindegrund) dann mit der Bahn zur Gondelbahn fahren und müssten nicht mehr in Zell in einen Bus umsteigen.

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43 Millionen Euro würden im Mittelfristigen Investitionsprogramm für Privatbahnen für den Ausbau der Zillertalbahn durch die Regierung bereitgestellt werden. Der Ausbau beinhaltet die Umrüstung auf Wasserstoffantrieb. Weil auf der Strecke Jenbach–Mayrhofen die Höhendifferenz nur 60 Meter beträgt und die Fahrtgeschwindigkeit unter 100 km/h liegt, sei Wasserstoff interessant. „Das Gute ist, dass man ihn speichern kann. Das Schlechte ist der geringe Wirkungsgrad von 45 bis 50 Prozent“, räumt Schreiner ein. Es gebe bereits Verträge mit dem Verbund-Konzern und ein gemeinsam entwickeltes Projekt, das am Mayrhofner Bahnhof auf 12.050 m² umgesetzt werden soll.

Apropos Mayrhofen: Von der Bestellung bis zur Auslieferung der Wasserstoffzüge vergehen vier bis fünf Jahre. Ebenso lange würde der Neubau des Mayrhofner Bahnhofs samt umfangreichem Straßenprojekt dauern. „Die Züge sollen im Sommer bestellt werden. Das Land Tirol ist mit dem Ministerium in Wien darüber im Gespräch“, sagt der Zillertalbahn-Chef und macht damit deutlich, dass auch in Mayrhofen dringend zeitgleich etwas weitergehen muss. Denn hochmoderne Züge mit doppelt so hoher Förderkapazität (450 Sitzplätze) und der kleine alte Bahnhof, der nicht mal architektonisch ein Schmuckstück ist, vertragen sich nicht. „Mit den betroffenen Grundeigentümern in Mayrhofen gibt es verhandelte Optionen, aber keine Vorverträge“, sagt Schreiner.

Die wasserstoffbetriebene Zillertalbahn soll von 5.30 bis 23 Uhr Jenbach und Mayrhofen in 40 Minuten Fahrzeit verbinden. Zu typischen Pendlerzeiten sind Schnellverbindungen geplant. Von Mayrhofen nach Jenbach dauert die Fahrzeit dann nur 20 Minuten.


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