Spanien

Spaniens Altkönig plant nach knapp zwei Jahren Heimatbesuch

Bilder aus besseren Tagen: Als die Beziehung zwischen Vater und Sohn im spanischen Königshaus noch in Ordnung war.
© AFP

Der spanische König will sich angeblich mit seinem derzeit in Abu Dhabi lebenden Vater, Altkönig Juan Carlos, in Madrid treffen. Das soll er in einem Telefonat zugesagt haben.

Madrid/Abu Dhabi – Spaniens umstrittener Altkönig Juan Carlos plant Medienberichten zufolge für das kommende Wochenende einen ersten Heimatbesuch sei fast zwei Jahren. Das berichteten spanische Medien am Montag unter Berufung auf einen Journalisten. Der 84-Jährige werde am Samstag aus dem Exil in Abu Dhabi in der Hafenstadt Sanxenxo in Galicien im Nordwesten Spaniens erwartet und bis Sonntag bleiben, schrieb der staatliche TV-Sender RTVE. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Der Journalist Fernando Ónega soll gute Kontakte zum Künigshaus haben, er hat auch eine Biografie über den Ex-Monarchen veröffentlicht. König Felipe VI. hatte am Sonntag Medienberichten zufolge eingewilligt, seinen Vater in Madrid zu treffen. Das habe Felipe bei einem Telefonat mit seinem Vater zugesagt, berichteten RTVE und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Königshaus. Der König habe das Telefonat von Abu Dhabi aus geführt, wo er sich zu einem Kondolenzbesuch wegen des Todes des langjährigen Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Chalifa bin Sajid, aufhielt. Obwohl Vater und Sohn beide in Abu Dhabi waren, hätten sie sich nicht getroffen. Ob das Treffen in Madrid am kommenden Wochenende stattfinden würde, war nicht bekannt.

Juan Carlos hatte seine Heimat am 4. August 2020 zunächst mit unbekanntem Ziel verlassen. Später tauchte er in Abu Dhabi auf. Anfang März ließ er dann nach der Einstellung aller Strafermittlungen gegen sich verlauten, er wolle vorerst zwar im Exil bleiben, der Heimat aber bald sporadische Besuche abstatten.

Schaden vom Königshaus abhalten

Die einflussreiche Tageszeitung El Mundo, die dem Königshaus nahe steht, hatte am Freitag berichtet, Juan Carlos sei ungehalten, weil sein Sohn nur einen Kurzbesuch in der Königsresidenz Zarzuela bei Madrid ohne Übernachtung erlauben wolle. Felipe ist wie die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez darauf bedacht, Schaden vom Königshaus durch zu große Nähe zu Juan Carlos abzuwenden.

Nach einer Umfrage vor gut einem halben Jahr ist eine knappe Mehrheit der Spanier (53 Prozent) davon überzeugt, dass die Monarchie eine nicht mehr zeitgemäße Institution ist, die abgeschafft gehört. Schuld daran trägt mit Sicherheit zu einem erheblichen Teil Juan Carlos.

Immerhin entging der heute 84-Jährige unter anderem nur deshalb einem Strafverfahren wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten, weil er entweder durch seine Immunität als König bis zu seiner Abdankung 2014 geschützt war oder die Taten verjährt waren. Sánchez betonte, der Ex-Monarch schulde dem spanischen Volk eine Erklärung. (APA/dpa)

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