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„Das Lied ist in der Champions League“: Bariton Andrè Schuen im TT-Interview

Der Südtiroler Bariton Andrè Schuen gastiert mit Schubert, Mahler & Korngold beim Festival Musik im Riesen. Ein Gespräch über späte Weichenstellungen, rege Reisetätigkeit und die Königsklasse des Gesangs.

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Andrè Schuen, Jg. 1984, stammt aus dem Gadertal in den Südtiroler Dolomiten. Als Opernsänger trat er schon in Salzburg und an der Wiener Staatsoper auf. Nach Wattens kommt er zu einem Liederabend.
© Guido Werner

Wenn Sie es in der Sprache des Fußballs ausdrücken müssten: Ist für Sie als klassisch ausgebildeten Sänger die Oper oder das Lied die Champions League – die Königsklasse des Gesangs?

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Andrè Schuen: Lieder-Zyklen wie Franz Schuberts „Winterreise“ spielen ganz klar in der Champions League. Die Oper käme in die Serie A, die oberste italienische Fußballliga. Das können sich viele Kollegen, die ausschließlich Opern singen, zwar nur schwer vorstellen. Es gibt da eine Tendenz, das Lied als „kleine Kunst“ zu bezeichnen. Da lächle ich dann manchmal still in mich hinein und denke mir: „Ja, versucht es nur einmal.“

Lieder sind sängerisch um so viel anspruchsvoller?

Schuen: Auf der Opernbühne kann ich besonders laut singen oder mich hinter vielem verstecken. In der Oper ist man 15 Meter vom Publikum entfernt, kostümiert, und man spielt das Stück ja auch. Erwischt man den Ton einmal nicht ganz, kann man sich hinter dem Orchester verstecken. Beim Lied geht das alles nicht. Da ist man 75 Minuten allein mit dem Pianisten auf der Bühne und gibt alles von sich preis. Da geht es um Farben und Nuancen.


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