Autotest

Dieser Cupra lässt keinen kalt: Der Formentor im TT-Dauertest

Mit dem Formentor hat Cupra ein hinreißend schönes Auto geschaffen. Perfekte Proportionen und das skulpturartige Design machen den sportlichen Crossover einzigartig.
© Fellner

Der Formentor zeigte im TT-Dauertest, warum er auf Käufer und Passanten eine geradezu magische Anziehungskraft hat. Selten erschien ein SUV-Coupé begehrlicher: schick, sportlich und von hoher Qualität.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Mit der Loslösung der Sportmarke Cupra von Seat hat der Volkswagenkonzern Instinkt bewiesen. Das neue SUV-Coupé Formentor übertrifft nun aber alle Erwartungen und machte 2021 70 Prozent der Cupra-Verkäufe aus.

Zum TT-Dauertest rollte der Formentor in Petrol-Blau-Matt. Nicht jedes Auto könnte diese Farbe tragen. Der Formentor schon – das SUV-Coupé ist nämlich von geradezu hinreißender Statur. Athletisch spannt sich der Cupra über 4,45 Meter zur breitspurigen Skulpur aus Blech und Aluminium und trägt mit seinem sportiven Auftritt auch Motorisierungen bis zu 390 PS nach außen. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Der heiße Cupra lässt keinen kalt – weder Fahrer noch Passanten.

Über Tausende Kilometer bewegten wir den Formentor indes als 190-PS-Benziner mitsamt Allradantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Der bekannte Konzern-Zweiliter ist die zweitstärkste Motorisierung nach den 150-PS-Varianten in Diesel- und Benzinausführung. 190 PS und 320 Newtonmeter liefern genug Punch, um die Talente des Cupra-Fahrwerks auszuloten. Die Abstimmung zeugt von hoher Ingenieurskunst und präsentiert sich als gelungener Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort. Zusammen mit der zielgenauen und auffallend direkt ausgelegten Lenkung ergibt dies eine schöne Mischung aus Kurvengier, Wendigkeit und Souveränität. Die Bremsen und der 190-PS-TSI spielen da gerne mit. Freudvoll lässt sich über die Schaltwippen die Leistung abrufen. Vom Stand weg zeigt sich jedoch die typische DSG-Gedenksekunde, auch das Herunterschalten könnte niedertourig spontaner erfolgen. Ist der Formentor aber erst in Schwung, gibt es kein Halten mehr.

Der Geräuschkomfort überzeugt ebenso und lässt den Crossover auch für lange Strecken geeignet erscheinen. Dies liegt auch an den herausragend gut geschnittenen Sitzen, die in unserem Fall mit dem Lederpaket in Petrol-Blau überzogen waren. 1360 Euro sind hier wirklich gut angelegt und passen zu einem Ambiente, das sowohl geschmacklich als auch von der Materialqualität im diffusen Premiumbereich angekommen ist. Wie beim gesamten Fahrzeug hat das Designcenter in Barcelona viel Geschmack bewiesen – sogar die kupferfarbenen Elemente wirken stimmig. Zusammen mit der hervorragenden Sitzposition hält man es im Formentor somit nur allzu gerne aus. Digitalinstrumente mit verschiedensten Darstellungen fördern den Spieltrieb.

Noch nicht ganz ausgereift zeigte sich aber die Multimediaeinheit, die durch langsames Hochfahren nach dem Start irritierte. Neubesteller erhalten jedoch bereits das überarbeitete System mit leistungsfähigerem Prozessor. Unbedingt empfehlenswert auch die praktische Smartphone-Induktionsschale zum kabellosen Laden. Trotz des Gesamtpakets hebt der Cupra aber preislich nicht ab: So verlangt der 190-PS-Allradler nach 42.759 Euro, vollausgestattet bilanzierten wir mit 52.765 Euro. Der 150-PS-Benziner startet derzeit übrigens schon ab 31.900 Euro. Dazu gibt es bei Cupra fünf Jahre Garantie. Formentor, bei dir war einzig die Farbe matt.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1984 ccm

Drehmoment: 320 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 140 kW/190 PS

L/B/H: 4450/1992/1528 mm

Gewicht: 1521/2110 kg

Kofferraumvolumen: 450–1505 l

Tankinhalt: 55 l

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

0–100 km/h: 7,1 Sekunden

Verbrauch: 8,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (2,0 TSI DSG 4) 42.759 Euro

CO2-Emission: 171 g/km

Verwandte Themen