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1680 in Lienz hingerichtet: Gedenktafel für eine Hexe

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Szene aus „Die Pfaffin“: Emerenzia wird zur Hinrichtung geführt.
© Mayr

Lienz – Emerenzia Pichler, geboren in St. Veit im Defereggental, wurde 1680 in Lienz als Hexe hingerichtet. Sie konnte lesen und schreiben und kannte sich mit Kräuterheilkunde aus. Zur damaligen Zeit war das Grund genug für den Vorwurf, sie sei mit dem Teufel im Bunde.

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Heute plant die Kulturinitiative Dölsach mit anderen Künstlern, eine Gedenktafel für die „Pichlerin“ aufzustellen. „Die Tafel soll eine Erinnerung an Emerenzia und an alle Hexenverbrennungen sein“, sagt Obmann Robert Possenig.

Emerenzia Pichler war weder die erste noch die letzte Person, die in Tirol wegen Hexerei angeklagt und zum Tod verurteilt wurde. Sie sticht deshalb heraus, weil die Schriftstellerin Fanny Wibmer-Pedit das Buch „Die Pfaffin“ über sie schrieb. Ein gleichnamiges Theaterstück wurde 2018 unter Possenigs Leitung vor Schloss Bruck aufgeführt. Dort hatte damals im 17. Jahrhundert der Prozess gegen Emerenzia und ihre Familie stattgefunden.

Das Theaterstück ist am Montag 30. Mai (18 Uhr) im Lienzer CineX auf der Kinoleinwand zu sehen. Freiwillige Spenden beim Eintritt sollen die Gedenktafel finanzieren. Possenig will die Tafel vor Schloss Bruck anbringen, doch das ist noch fraglich.

„Grundsätzlich sagt die Stadt Lienz Ja zur Gedenktafel“, meint Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Die Frage ist nur wo.“ Das könnte auch der Hinrichtungsort von Emerenzia sein, die „Galgentratte“ im östlichen Teil der Stadt. Dort wurde sie zuerst enthauptet und dann verbrannt. (co)


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