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Neustart im kleinen Bezirkstheater Stams

Trotz Schauspiel-Zwangspause während Corona erfindet sich die Bühne im Stamser Theaterstadel gerade neu. Mit Hirn- und Muskelschmalz.

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Das Team des kleinen Bezirkstheaters hat im Stamser Theaterstadel, Auweg 2, ganze Arbeit geleistet. Premiere am 28. Mai.
© Sedlmayr

Von Thomas Parth

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Stams – Da staunt der Ortsunkundige nicht schlecht, wenn er Richtung Stamser Gewerbegebiet fährt und den unscheinbaren Stadel vorfindet. Doch schon seit Jahren wird hier Theater gespielt, und zwar leidenschaftlich. Nicht einmal die Pandemie vermochte das Theaterfieber des kleinen Bezirkstheaters Stams einzudämmen.

„Klar haben wir immer wieder Anläufe genommen, um vielleicht doch noch ein Stück auf die Bühne zu bringen. Aber es sollte nicht sein“, mussten sich die „Theaterer“ letztlich eingestehen. Aber ans Aufgeben dachte niemand. Stattdessen tauschten die Laiendarsteller ihre Manuskripte gegen Arbeitshandschuhe und die Lese- gegen die Schutzbrille. „Wir versuchten die Kleinigkeiten im Theaterstadel auszubessern, die uns immer schon gestört haben. Wenn die Bühnenbeleuchtung an war, hatte die Küche Pause, weil sonst die Sicherung flog“, erinnert sich Obmann Harald Gritsch. Mit vereinten Kräften und Sponsoren gingen es die Darsteller und ihre Helfer an: Der Zuschauerraum wurde erneuert und abgestuft, damit auch die hinteren Ränge gute Sicht auf die Bühne bekommen. Der Boden wurde getauscht. Die Bühne selbst wurde zur Theater-Box, die alle möglichen Verwandlungen zulässt. Und letztlich konnte das leidige Elektrikproblem fachmännisch gelöst werden. Jetzt herrscht großes Aufatmen, weil so weit alles auf Vordermann gebracht werden konnte, dass der Premiere am 28. Mai um 20 Uhr nichts mehr im Wege steht.

„Wir dürfen unsere Zuschauer zur Uraufführung des Stückes ,Da Capo‘ einladen“, freut sich Regisseur Luis Auer. Gesellschaftskritisch behandelt wird dabei das Thema der Altenpflege, verpackt in einer Kriminalkomödie. „Mir gefällt, im Bitteren und Tragischen das Komödiantisch-Humorvolle herauszuarbeiten“, verrät Autor und Dramaturg Thomas Gassner vom Tiroler Theaterverband: „Die Kunst liegt darin, Figuren zu brechen. Sie öffnen für einen Augenblick ihre Seele und gewähren dem Zuschauer einen Blick in ihr Innerstes.“ Frei nach Karl Valentin habe jede Geschichte drei Seiten: eine negative, eine positive und eine komische. Das Ergebnis kann sich demnächst im Theaterstadl Stams sehen lassen.


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