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Van der Bellen zu seiner Kandidatur: „Warum? Weil ich alt genug bin!”

Die Motivation für seine erneute Hofburg-Kandidatur hat Bundespräsident Van der Bellen am Montag in einer Pressekonferenz dargelegt. Er versprach einen "kurzen, konzentrierten" Wahlkampf. Er fühle sich reifer für die Hofburg als vor fünf Jahren.

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird bei der Wahl im Herbst wieder antreten.
© ROLAND SCHLAGER

Wien – Alexander Van der Bellen hat am Montag in einem Presseauftritt die Motivation für seine Wiederkandidatur dargelegt. Er fühle sich verpflichtet, in der aktuellen schwierigen Situation das Seinige dazu beizutragen, "dass wir insgesamt wieder auf den richtigen Weg kommen". Für diese Verantwortung fühle er sich heute besser gerüstet als noch vor fünf Jahren, als er "vergleichsweise ein junger Hupfer war".

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📽 Video | Pressekonferenz von Alexander Van der Bellen zu seiner Kandidatur

Die Frage, warum er Österreich auch in den kommenden sechs Jahren "von ganzem Herzen" dienen wolle, beantwortet sich der 78-Jährige selbst: "Ich bin alt genug für dieses Amt. Ich habe die Lebenserfahrung, die Berufserfahrung, die man braucht."

Es wäre ihm "eine große Ehre, aber nicht nur das, eine große Freude, für weitere sechs Jahre als Bundespräsident dienen zu dürfen", sagte er. Das gehe nur, wenn die Österreicher das auch so sähen: "Und in diesem Sinne ersuche ich Sie um Unterstützung im Herbst bei den Wahlen."

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Ich muss Ihnen sagen, ich fühle mich heute besser gerüstet, reifer für diese Verantwortung als vor fünf Jahren, als ich vergleichsweise ein junger Hupfer war.
Van der Bellen fühlt sich geistig und körperlich tipptop.

Van der Bellen stellte sich in seinem knapp viertelstündigen Statement im Presseclub Concordia klar hinter die Sanktionen gegen Russland wegen dessen Aggression in der Ukraine. Die daraus resultierenden ökonomischen Opfer, die auch die Österreicher bringen müssten, seien der "Preis für Freiheit und Demokratie".

Es müssten mutig klare Positionen bezogen werden. Denn sonst würden Nationalisten "und Putin-Freunde" versuchen, die entstandene Verunsicherung auszunützen und "nach der Macht zu greifen", betonte der Bundespräsident, der sich selbst als "absolut unabhängig" bezeichnete ("Ich brauche persönlich nichts") und einen "kurzen, konzentrierten" Wahlkampf versprach.

Kein übermäßig ambitioniertes Wahlziel

Darunter versteht Van der Bellen, wie er in einer anschließenden Fragerunde präzisierte, etwa vier bis sechs Wochen vom September in den Oktober hinein. Seinen Wahlkampf leiten wird Martin Radjaby. Finanziell unterstützen werden die Kampagne die Grünen, deren Parteichef der Präsident dereinst ja war. Er hoffe auch auf andere, die an seiner Kandidatur interessiert seien: "Wir müssen schon etwas zusammenkratzen."

Beim Wahlziel gab sich Van der Bellen nicht übermäßig ambitioniert: "Mehrheit ist Mehrheit, das ist so in einer Demokratie." TV-Konfrontationen mit anderen Anwärtern schloss der Präsident nicht per se aus: "Diskutieren tue ich ja gerne." Er werde sich sicher nicht zieren, "irgendwo aufzutreten", wenn sich das zeitlich mit seinen Amtsgeschäften ausgehe.

Ibiza-Skandal und die Folgen

Im Rückblick auf seine bisherige Amtszeit erinnerte Van der Bellen an den Skandal um das Ibiza-Video. Diese Sittenbilder und ihre Folgen hätten das Vertrauen der Österreicher in die Politik bis ins Mark erschüttert. Das sei aber lange noch nicht alles gewesen. "Wir alle waren noch dabei, ungläubig den Kopf zu schütteln, über das, was möglich war in unserer Republik", spielte er auf eine Aussage seines seinerzeitigen Stichwahl-Kontrahenten Norbert Hofer (FPÖ) an.

"Kriegswahnsinn und Klimakrise

An seinem damaligen "So sind wir nicht" hielt er fest und plädierte für eine Veränderung zum Guten. Dann sei die Pandemie gekommen, dann der "Kriegswahnsinn". Europa sehe seine Zukunft in Frieden und Freiheit, die es zu schützen und verteidigen gelte. Europas Wirtschaft müsse "unabhängig von Tyrannen, die am Gashahn und am Bohrloch sitzen", werden. Auch die Klimakrise sprach er an: "Wir müssen uns retten und unsere Kinder."

Dem Thema Neutralität widmete sich Van der Bellen dann in seinem ersten Interview nach Bekanntgabe des Antritts. Im Gespräch mit dem Ö1-"Mittagsjournal" deutete er Sympathien für den Status quo an, habe man doch über lange Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht und werde es auch künftig neutrale Orte brauchen, doch ist der Präsident gesprächsbereit: "Diskutieren wir darüber ohne großes Tamtam." (TT.com, APA)

Van der Bellens Zitate zum Wiederantritt

"Warum? Weil ich alt genug bin." - Die selbstironische Begründung folgt auf dem Fuß.

"Ich muss Ihnen sagen, ich fühle mich heute besser gerüstet, reifer für diese Verantwortung als vor fünf Jahren, als ich vergleichsweise ein junger Hupfer war." - Geistig und körperlich alles tipptop, meint der 78-Jährige.

"Und das so elegant wie möglich." - Auf das Wohl aller achten, wenn es wirklich spannend wird, bringt VdB "eine innere Ruhe".

"Erinnert sich eigentlich noch jemand an Ibiza?" - Niemand hätte gedacht, dass es so dick kommen würde.

"Aber Ibiza war ja noch lange nicht alles. Wir alle waren noch dabei, ungläubig den Kopf zu schütteln, über das, was möglich war in unserer Republik." - Seinen Kontrahenten Norbert Hofer (FPÖ) hat VdB nicht vergessen.

"Ein Riss hat sich durchs Land gegraben, quer durch Freundschaften und Familien." - Van der Bellen will die Corona-Verwerfungen kitten.

"Dann kam der Kriegswahnsinn. (...) Unsere Sanktionen gegen Russland sind unser Einsatz für Freiheit und Demokratie." - Der Bundespräsident auf der Seite der Ukraine.

"Wir werden unsere Wirtschaft auf solide, nachhaltige, zukunftsweisende Beine stellen. Stärker, moderner und zukunftsfähiger, weil unabhängig von Tyrannen, die am Gashahn und am Bohrloch sitzen." - Krise als Chance.

"Ich möchte ganz klar sagen: Der Planet kommt auch ohne uns Menschen sehr gut über die Runden. Wir müssen uns retten und unsere Kinder. Wir müssen jetzt für unsere Kinder sorgen." - Die globale Klimakrise hat sich noch einmal verschärft, warnt der Ex-Grünen-Chef.

"Ich brauche persönlich nichts, ich kann frei entscheiden." - Der Kandidat fühlt sich unabhängig.

"Besonders wünsche ich mir, dass Mädchen in eine Welt hineinwachsen können, wo Gleichberechtigung einfach selbstverständlich ist." - Der weiße alte Mann hofft.

"Hüten Sie sich, meine Damen und Herren, vor allen Menschen, die 'einfache Rezepte' haben." - Aber alles doch recht kompliziert.

"Ich nehme mir auch künftig vor, Ihnen, liebe Österreicherinnen und Österreicher, und allen Menschen, die hier leben, klar zu sagen, was ich denke, was das Beste für unser Land ist." - Hier spricht der Professor.

"Und in diesem Sinne ersuche ich um Ihre Unterstützung im Herbst bei den Wahlen." - Ein Kreuzerl wäre super.

"Wir müssen schon etwas zusammenkratzen." - Geld kostet der Wahlkampf schon.

"Ich würde sagen, Mehrheit ist Mehrheit." - Aber allzu hoch legt sich Van der Bellen die Latte beim Wahlergebnis nicht.


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