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Ein neues Zuhause für ukrainische Kinder in Tirol

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350 Kinder aus ukrainischen Hilfseinrichtungen wurden einen Monat nach dem Einmarsch Russlands in Tirol aufgenommen. 100 davon werden aktuell von SOS-Kinderdorf betreut.
© SOS-Kinderdorf

Innsbruck, Imst – Auf dem Plakat steht „Willkommen“, „Welcome“ und auf Ukrainisch „laskavo prosymo“ geschrieben, drum herum sind mit rotem, grünem und blauem Stift eine Sonne, Blumen, Stergemalt. Seit zwei Monaten hängt es in der Hermann-Gmeiner-Akademie im Osten Innsbrucks, angebracht an jenem Tag, als dort aus der Ukraine geflohene Kinder und ihre Betreuerinnen eingetroffen sind. Die Botschaft: Wir helfen euch, unterstützen euch, hier seid ihr zuhause.

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50 junge Flüchtlinge betreut SOS-Kinderdorf an diesem Standort in der Landeshauptstadt, noch einmal genauso viele in einem Haus in Imst. „Seit der ersten Minute bekommen wir Liebe, sind aufgenommen wie in einer Familie“, sagte Olena Kolos gestern in Innsbruck bei einem Pressegespräch. Sie ist Direktorin eines Kinder-Zentrums in der Ukraine, kam am 23. März gemeinsam mit ihren Schützlingen in Tirol an. „Vom Krieg bekommen sie nichts mit, fühlen sich so, als wären sie gerade im Urlaub.“ Dass die Kleinen – alle zwischen null und 18 Jahre alt, die meisten aber sehr jung – unbeschwert sein dürfen, ist für Kolos ein Segen. Viele von ihnen besuchen hierzulande bereits eine Schule. „Am ersten Tag haben sie mir gesagt: Wir verstehen kein Wort, aber es gefällt uns sehr.“

Wolfram Brugger, Leiter der SOS-Kinderdorf-Standorte in Innsbruck, erinnert sich an die zwölf Tage vom Bekanntwerden der Aufnahme von Flüchtlingen in Tirol bis zu jenem Moment, als die Busse vorfuhren. „Zu dem Zeitpunkt war es schwer vorstellbar und alles andere als trivial, eine so große Zahl aufzunehmen. Das war eine neue, herausfordernde Situation.“ Auch durch die Unterstützung vieler Freiwilliger habe sie bewältigt werden können.

In Tirol sind bislang 3600 geflohene Ukrainerinnen und Ukrainer registriert, davon knapp ein Drittel kaum sechs Jahre alt. „Wir wollen alles tun, dass sich die Kinder hier wohlfühlen“, sagt die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne). Zwar stagniere die Zahl der ankommenden Flüchtlinge derzeit auf sehr niedrigem Niveau, an manchen Tagen gibt es keine Neuregistrierungen. Sollte sich das aber ändern, seien die Einrichtungen darauf vorbereitet. „Jeder Mensch, der von Krieg und Verfolgung bedroht ist, darf bei uns in Tirol Schutz suchen“, meint Fischer. (bfk)


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