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Ötztalerin Nenda in neuer Sky-Serie: „Da ist kein männlicher Held nötig“

Das Opfer klärt den eigenen Mord auf: „The Rising“ mit Nenda Neururer startet auf Sky. In „Mixed Feelings“ hat die Ötztalerin 2020 über Alltagsrassismus gerappt. Inzwischen bastelt sie fleißig an ihrer Schauspielkarriere.

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Neve (Clara Rugaard) und Alex (Nenda Neururer) verbindet eine eigenwillige Freundschaft.
© Sky Atlantic

Innsbruck – Neve Kelly ist tot. Und dann doch irgendwie lebendig. Dem flüssigen Grab eines Sees, in dem ihre Leiche in dunkler Nacht versenkt wurde, entsteigt die Teenagerin jedenfalls am nächsten Morgen wieder. Nicht weil sie überlebt hat, sie wandelt als eine Art Geist in der Welt der Lebenden – und wird von ihren Mitmenschen deshalb auch nicht wahrgenommen. Warum Neve wiederkehrt, wird schon in der ersten Folge der Serie „The Rising“ klar: Sie wird ihren eigenen Mord aufklären. Morgen startet die achtteilige Mysteryserie auf Sky.

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Ein Start, der zuletzt auf sich warten ließ, sollte das Sky-Original doch bereits im März 2022 zu sehen sein – nachdem die Premiere kurz vorher auf der Berlinale gefeiert wurde. Nach dem Start im englischsprachigen Raum ist die Story von Neve jetzt jedenfalls auch in heimischen Gefilden abrufbar. Mit Spannung wurde die Serie hier auch deshalb erwartet, weil die Tirolerin Nenda Neururer darin einen nicht unwesentlichen Part übernimmt. Nach ersten Erfolgen im musikalischen Bereich (besonders mit der Hitsingle „Mixed Feelings“ von 2020) scheint nun auch die Schauspielkarriere der gebürtigen Ötztalerin, die seit 2017 in London lebt, Fahrt aufzunehmen. In der Rolle der Außenseiterin Alex wird sie in „The Rising“ schon bald zu einer Art Vertrauten der Hauptfigur Neve (Clara Rugaard).

Als eine der wenigen kann Alex Neve nämlich auch sehen und mit ihr interagieren. Gleich wie Neves alkoholkranker Vater übrigens, der das Erscheinen seiner toten Tochter nur schwer verkraften kann. Bald entpuppt sich diese Auswahl als nur scheinbar willkürlich. Um herauszufinden, wer die Teenagerin auf dem Gewissen hat, muss Neve nämlich in der Vergangenheit ihrer britischen Heimat graben – und enthüllt dabei im ruhigen Lake District so manches dunkle Geheimnis.

Adaptiert hat die Regie um Ed Lilly und Thora Hilmarsdottir dabei die belgische Serie „Zimmer 108“ von 2017, die inzwischen auf dem Kultursender Arte läuft. In beiden Fällen setzten die Verantwortlichen auf Atmosphäre, die die Spannung in weiten Teilen auf hohem Niveau hält.

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Ohne Längen kommt aber auch „The Rising“ nicht aus. Dass ein junges Mädchen sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt, ist dabei ein wichtiges Detail. Auf ein girly Image hat man bei Neve und Alex verzichtet. Sie fahren stattdessen Motocross, rebellieren, begehren auf. Und das wirkt hier nicht einmal künstlich. (bunt)

Nenda im Interview: Zweigleisig weiterfahren

Was war Ihre erste Reaktion auf das Skript von „The Risin­g“? Manchmal kann ich zwischen unterschiedlichen Vorsprechen über Drehbücher nur drüberlesen, weil es schnell gehen muss. Ich kann mich also gar nicht bei jedem Drehbuch so gut darauf konzentrieren. Bei diesem erging es mir ganz anders, ich bin förmlich reingekippt. Natürlich hat mich die Geschichte auch angesprochen, weil ich mich darin auch wiedererkannt habe. Alles spielt in einem kleinen Dorf, jeder kennt sich. So bin ich im Ötztal aufgewachsen.

Alex, Ihr Charakter, hat sofort gepasst? Ja, sie hat mich sofort angesprochen, ein cooler Charakter. Auch weil sie nicht einfach zu durchblicken ist.

Das Genre der übernatürlichen Mystery-Serie hat Sie sofort interessiert? Ja, doch. Vor allem, weil es sich bei „The Rising“ nicht um eine Geistergeschichte handelt, sondern es geht schon um ein Drama, das mit den Menschen direkt zu tun hat. Es geht um Mord – und um eine Hauptfigur, die versucht, ihren eigenen Mord aufzudecken. Eine junge Frau kümmert sich selbst darum, ihren eigenen Mord aufzuklären. Da ist kein männlicher Held nötig. Die Serie ist also ein Stück weit empowernd für junge Frauen.

Wann werden wir wieder Musik von Ihnen hören? Aktuell finde ich tatsächlich wieder etwas mehr Zeit für die Musik. Ich habe vor, wieder etwas mehr zu schreiben. Dennoch freue ich mich aber jeden Tag, dass meine zwei Singles, die ich bis jetzt veröffentlicht habe, immer noch gehört werden. Immer wenn ich reinschaue, sind die Klickzahlen wieder gestiegen. Deshalb will ich ja unbedingt mehr machen, damit die HörerInnen nicht immer nur die beiden Singles hören müssen.

Wie wird es weitergehen? Ich bin gerade dabei, eine EP zu machen. Das ist parallel zum Schauspielern natürlich nicht einfach. Aber ich würde gerne auch in Zukunft zweigleisig fahren.


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