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Schwung geholt: Tirols SPÖ-Chef Dornauers Mission eins ist erfüllt

Mit 95 Prozent wurde Georg Dornauer am Samstag beim SP-Landesparteitag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt. Und mit 90 Prozent als Landesparteichef bestätigt.

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Elisabeth Blanik gratulierte dem Wahlsieger.
© Falk

Von Manfred Mitterwachauer

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Schwaz – Konsiliant, mit einem offenen Ohr für viele Delegierte, teils visionär, souverän und hilfsbereit. So präsentierte sich am Samstag im Schwazer SZentrum SP-Landesparteichef Georg Dornauer. Auch wenn sich ein noch sehr rüstiger Ernst Fili nach dessen Ehrung mit der Großen Viktor-Adler-Plakette freundlich, aber bestimmt nicht von Dornauer zum Gang vom Podium unter die Arme greifen lassen wollte. Die Schmunzler im Silbersaal (Es hätte ob dessen rot-roter Wandverkleidung wohl keinen passenderen Veranstaltungsort gegeben, Anm.) waren beiden sicher.

Rückblende: Vor drei Jahren, im März 2019, hatte sich Dornauer an die Spitze der Landespartei gesetzt. Damals umstritten. Das Wahlergebnis von 85 Prozent war Ausdruck der Vorbehalte, die Dornauer aufgrund seiner verbalen Ausrutscher und Fettnäpfchen-Tritte entgegengebracht wurden. Auf offener Bühne im Haus der Musik in Innsbruck gab’s damals einen Rüffel von Bundesparteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner. Für Dornauer und den anwesenden burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Gestern war die „Chefin“ dank des zeitgleichen Wiener SP-Parteitages nur mit einer Videobotschaft präsent. Dieses Mal gab’s aber nur lobende Worte. Doskozil war gänzlich abwesend.

Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wandte sich per Videobotschaft aus Wien an den "lieben Schorsch".
© EXPA/JOHANN GRODER

90 Prozent der 212 anwesenden Delegierten zollten Dornauers während der vergangenen Monate geändertem (persönlichen) Kurs denn auch Tribut, indem sie ihn als Landesparteivorsitzenden im Amt bestätigten. Ein Plus zu 2019. Die Richtung stimmt, war der Eindruck.

© SPÖ Tirol

Noch besser fiel allerdings Dornauers Kür als Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl 2023 aus. 95 Prozent fanden dies am Parteitag die richtige Wahl. Die restliche SP-Liste mit u. a. Elisabeth Blanik und Philip Wohlgemuth auf Platz zwei und drei fand mit über 90 Prozent die Zustimmung. Exakt drei Minuten vor Wahlschluss hatte Dornauer seine Stimmzettel in Wahlurne drei eingeworfen. 3 x 3: wohl ein gutes Omen für den angeschriebenen „9“er vor seinem Ergebnis. Mission eins erfüllt – Dornauer hat den von ihm so erhofften Rückenwind.

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Sollten wir gestärkt hervorgehen – nur dann werde ich eine Regierungsbeteiligung anstreben.
Georg Dornauer (SP-Spitzenkandidat)

Zuvor umriss Dornauer in einer gut 50-minütigen Parteitagsrede, auf welchem Weg er die SP-Tirol – das „Neu“ wurde ähnlich der Bundes-VP mit dem gestrigen Tag aus dem Tiroler Partei­namen offiziell gestrichen – mitnehmen will. Welcher da klar heißt: Regierungsbeteiligung. Hierfür, so Dornauer, müsse man aber stärker werden. Nur so will er in Regierungsverhandlungen treten. „Lediglich ein Plus vor dem Wahlergebnis ist mir zu wenig“, sagt er auf TT-Nachfrage. Der Wählerauftrag müsse „deutlich“ sein.

Dornauer stellte sich seiner ersten Wiederwahl.
© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Dornauer hielt sich am Samstag bewusst mit Attacken auf die politische Gegnerschaft zurück. Stattdessen streute er lediglich da oder dort Spitzen ein. Etwa, dass LH Günther Platter (VP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) alleine aufgrund von deren Versagen in der Transitpolitik „den Hut nehmen müssten“. Oder wenn er von einer „Schlafwagenregierung“ sprach. Stattdessen arbeitete Dornauer seine inhaltlichen Ziele (und wohl auch Koalitionsbedingungen) anhand weitgehend bekannter Lösungsansätze und Forderungen ab. Allen voran zum Wohnen (der Parteitag verabschiedete dazu einen Leitantrag), dem Verkehr, Arbeit („Weg von der Abhängigkeit vom Tourismus“), Kinderbildung („Hat Platter seine Partei im Griff?“) bis hin zur Pflege. Themen, die Dornauer künftig mitgestalten will.

„Gebt’s mir einen klaren Auftrag“, bat Dornauer zum Schluss die Delegierten. Sie taten es.


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