Eishockey

Finnland holte mit 4:3 n.V. gegen Kanada Gold bei Heim-WM

Zum dritten Mal hintereinander standen sich Kanada und Finnland im WM-Finale gegenüber.
© IMAGO/Michal Kamaryt

Finnland gewann am Sonntag vor 11.500 begeisterten Fans in der Nokia Arena von Tampere das Finale gegen Kanada nach einem packenden Schlussdrittel und in der Verlängerung mit 4:3 (0:0,0:1,3:2,1:0).

Tampere – Das finnische Eishockey-Team hat das seltene Double geschafft und Gold bei der Heim-Weltmeisterschaft geholt. Finnland gewann am Sonntag vor 11.500 begeisterten Fans in der Nokia Arena von Tampere das Finale gegen Kanada nach einem packenden Schlussdrittel und in der Verlängerung mit 4:3 (0:0,0:1,3:2,1:0). Dank des Treffers von Sakara Manninen ist Finnland die zweite Nation nach Schweden 2006, die im gleichen Jahr nach Olympia-Gold auch den WM-Titel gewonnen hat.

Zum dritten Mal hintereinander standen sich Kanada und Finnland im WM-Finale gegenüber. 2019 hatte das Suomi-Team gewonnen, 2021 war Kanada die Revanche geglückt. Diesmal hatten wieder die Finnen das bessere Ende für sich, nachdem die Kanadier zunächst das Spiel gemacht hatten und durch Dylan Cozens (25.) in Führung gegangen waren.

Im Schlussdrittel drehten Mikael Granlund per Doppelschlag (45./PP, 46./PP) und Joel Armia (55.) zunächst die Partie, doch den Kanadiern gelang das Comeback. Jeweils mit einem sechsten Feldspieler auf dem Eis trafen Zack Whitecloud (58.) und Max Comtois (59.) innerhalb von 48 Sekunden und schossen das Match in die Verlängerung. Mit nur drei Feldspielern pro Mannschaft musste Kanadas Kapitän Thomas Chabot auf die Strafbank, Manninen nutzte das Überzahlspiel zum Goldschuss (67.).

Nach einem torlosen ersten Drittel schlug der Titelverteidiger im ersten Powerplay des Spiels zu und knackte das bis dahin makellose Penalty-Killing des Suomi-Teams. Cozens fügte den Finnen ihr erstes Unterzahl-Tor in diesem Turnier zu.

Zu Beginn des Schlussdrittels kassierten die Kanadier aber drei Strafen, NHL-Stürmerstar Granlund ließ sie dafür büßen. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis traf der Flügel der Nashville Predators zum Ausgleich und nutzte das weiterlaufende Überzahlspiel zum 2:1. Beim zweiten Treffer stand schon Matt Tomkins im Tor der Kanadier, nachdem sich Chris Driedger bei der vergeblichen Abwehraktion beim ersten Treffer verletzt hatte.

Armia erhöhte auf 3:1, doch die Entscheidung war das nicht. Tomkins machte für einen Feldspieler Platz, Whitecloud und Comtois - jeweils nach Assist von Matt Barzal, der auch das erste Tor vorbereitet hatte - ließen die Kanadier nochmals jubeln. Doch die nächste Strafe kostete den "Ahornblättern" ihren 28. WM-Titel.

Finnland beendete damit den "Heimfluch" in perfekter Manier. Bei acht Heim-Weltmeisterschaften davor waren die Skandinavier ohne Medaille geblieben, nun durften sie mit ihren Eishockey-begeisterten Fans gleich ihr insgesamt viertes WM-Gold nach 1995, 2011 und 2019 feiern. Zu drei Titeln sowie dem Olympiasieg in Peking wurde Finnland von Teamchef Jukka Jalonen geführt, Kapitän Valtteri Filppula zog als erster Finne und insgesamt 30. Spieler in den Triple Gold Club (Olympiagold, WM-Gold, Stanley-Cup-Sieg) ein.

Tschechien holte erste Medaille seit 2012

Im Spiel um Rang drei setzte sich Tschechien gegen die USA mit 8:4 (1:3,1:0,6:1) durch und holte erstmals seit zehn Jahren wieder eine WM-Medaille. Die US-Amerikaner lagen nach dem ersten Drittel dank Treffern von Karson Kuhlman (10., 20./SH) und Adam Gaudette (13./PP) bzw. einem Gegentreffer von Jiri Cernoch (16.) 3:1 voran.

Nach dem Anschlusstreffer von Jiri Smejkal (33.) fiel die Entscheidung in den ersten Minuten des Schlussdrittels. NHL-Star David Pastrnak (41., 44.) und Kapitän Roman Cervenka (43.), mit fünf Toren und zwölf Assists Topscorer des Turniers, sorgten mit drei Toren innerhalb von 2:46 Minuten für die Wende. David Kampf mit einem Doppelpack (55./SH, 59./EN) und Pastrnak mit seinem dritten Tor (60./PP) fixierten im Finish den Sieg. (APA)

ÖEHV-Team bei WM mit drittbestem Penalty-Killing

Die starken Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM in Finnland spiegeln sich nicht nur in Rang elf, der besten Platzierung seit 18 Jahren. Auch in diversen Statistiken zeigt sich das gute Turnier des ÖEHV-Teams. So hatte die Mannschaft von Teamchef Roger Bader das drittbeste Penalty-Killing, übertroffen nur von Weltmeister Finnland und der Schweiz, dem besten Team des Grunddurchgangs.

Mit fünf Toren in 20 Überzahlspielen war das rot-weiß-rote Powerplay das siebentbeste des Turniers. Auch mit 89,37 Prozent der abgewehrten Torschüsse durch Bernhard Starkbaum und David Kickert nahm Österreich Rang sieben ein. In der Chancenverwertung gab es Platz zehn.

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