Osttiroler Umweltschützer rufen zum „Einmischen“ auf
Umweltschützer vom Verein Osttirol Natur rufen die Bevölkerung zum „Einmischen“ bei kritischen Vorhaben auf.
Von Christoph Blassnig
Lienz – Der Verein Osttirol Natur mit Obfrau Renate Hölzl schlägt Alarm angesichts drohender „Ressourcenvernichtung“ im Bezirk Lienz. „Mischt euch alle ein“, forderten die Umweltschützer die Bevölkerung am 5. Juni, dem Welt-Umwelttag, in einem offenen Brief auf.
„Leuchtturmprojekte“ wie ein Chaletdorf auf dem Zettersfeld, die geplante Zerstörung der Streuobstwiese sowie des Hangwaldes am Schlossmoar, der Ausbau der B100, das Tauernbachkraftwerk, die Skischaukel Sillian/Sexten und zuletzt das acht Hektar große Gewerbegebiet an der Drau in Mittewald seien nur eine Auswahl von problematischen Vorhaben. Für jede noch so „suboptimale Lösung“ finde man ein grünes Mäntelchen, kritisieren die Umweltschützer. Oder man stelle die Menschen vor die Qual der Wahl zwischen „Wirtschaft oder Wohlstand“ oder „Natur oder zurück in die Steinzeit, als wäre ein Miteinander von Wirtschaft und Naturschutz nicht möglich“.
Allerdings wehrt sich der Verein dagegen, eine (Mit-)Verantwortung für kritische Großprojekte zugeschoben zu bekommen. „Warum haben Grün*innen und Naturschützer*innen nicht protestiert, warum haben sie es nicht verhindert?“, heiße es regelmäßig.
„Wir vom Verein Osttirol Natur sind engagierte Menschen und sobald wir von fragwürdigen, naturzerstörerischen Projekten erfahren, versuchen wir unser Möglichstes, diese zu verhindern“, bekundet Obfrau Hölzl. „Wir tun dies ehrenamtlich neben Beruf und Familie in unserer Freizeit und wir sind ein unabhängiger Verein. Doch auch die engagiertesten Umweltschützer werden den Wandel nicht herbeiführen können, wenn nicht ein endgültiges und vor allem schnelles Umdenken bei jedem Einzelnen stattfindet.“ Dazu gehöre es, Bequemlichkeiten zu überdenken, Begehrlichkeiten der Wirtschaft zu hinterfragen und von Politikern „klimataugliche Aktionen statt des althergebrachten Zubetonierens“ einzufordern.
„Wir ermutigen: Werden Sie selbst aktiv! Schauen Sie hin, wenn Natur und Boden zerstört werden und fragen Sie bei den Verantwortlichen nach“, setzt Hölzl auf breite Unterstützung.
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