Tiroler Fachberufsschule in Roltholz wird um einen Zweig erweitert
Schwaz, Rotholz – Von außen wirkt alles wie immer, doch im Inneren der Schwazer Berufsschule für Büro und Einzelhandel wurde alles umgekrempelt. Aber nicht baulich, sondern strukturell. Die Bildungseinrichtung heißt seit Kurzem: Tiroler Fachberufsschule (TFBS) Schwaz-Rotholz für Büro, Einzelhandel und Milchtechnologie. Neben der landesweiten Umstrukturierung der Berufsschulen, der Sprengel und Schwerpunkte, wanderte die Zuständigkeit der Ausbildung in Rotholz nun auch nach Schwaz.
Und all das in einer Zeit, in der Gudrun Schwaiger nach dem Abgang der vorigen Direktorin interimistisch die Leitung übernahm und Corona den Schulalltag quasi auflöste. Seit gut drei Monaten ist Schwaiger offiziell Direktorin und geht in ihrem neuen alten Job voll auf. Immerhin ist sie seit 30 Jahren als Lehrerin in Schwaz tätig.
Insgesamt 450 Schüler, bis zu 28 Klassen, 22 Lehrer, drei Berufe und zwei Standorte gilt es seit einigen Monaten zu managen. Die Lehre zur Milchtechnologie kann österreichweit nur in Rotholz gemacht werden. Auch die Südtiroler Lehrlinge kommen dorthin. Laut Schwaiger ist ein hoher Anteil der Schüler über 40 Jahre alt und absolviert die Lehre im zweiten Bildungsweg. Ein wichtiges Bindeglied sei auch ihr Vertreter Bernhard Kupfner in Rotholz. „Wir haben letzten Sommer durchgearbeitet, Abläufe hinterfragt und optimiert sowie neue Lehrpläne entwickelt“, verrät Schwaiger.
Die Umstrukturierung hat aber nicht nur die Direktorin samt Team getroffen, sondern auch die Schüler. Die Branchenspezifizierung und Sprengelumverteilung hat dazu geführt, dass manche Lehrlinge nun einen weiten Schulweg absolvieren müssen. „Die Schüler haben teils lange Wege aus dem Tux, dem Mittelgebirge oder auch Stubaital. Doch nur wenige nehmen einen Internatsplatz im Jenbacher Kolping oder in Rotholz an“, sagt Schwaiger. Laut ihr haben sich die Schüler schon organisiert, nutzen die Fahrt und „es taugt ihnen teils richtig“. Für die Direktorin ein Zeichen, dass das Konzept im Haus aufgehe: „Unsere Schule erleben viele als ‚anders‘. Wir vermitteln hier mehr den Charakter eines Teams, wir arbeiten zusammen, hören zu, geben Perspektiven und stärken sie“, sagt Schwaiger. (emf)
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