Teuerung

„Mitnahme Effekte": Baugewerbe wehrt sich gegen Rauch-Vorwürfe

Knappes Material und hohe Energiekosten treiben die Preise in die Höhe und die Preisspirale dreht sich weiterhin nach oben.
© imago/Jansen

Wien – Um die Teuerung in den Griff zu bekommen, will Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) einen Schwerpunkt bei der Preisüberwachung setzen. So ortete Rauch etwa „Mitnahme-Effekte“ in der Bauwirtschaft, wie er am Mittwoch meinte. Ein Vorwurf, gegen den sich das Baugewerbe nun heftig wehrt.

Die bauausführende Wirtschaft sehe sich definitiv nicht als Preistreiber, sondern ganz im Gegenteil, sie versuche, die explosionsartig gestiegenen Beschaffungskosten von Material und Energie bestmöglich abzufedern, so die Landesinnungsmeister-Konferenz in einer Aussendung nach einem Treffen am Donnerstag. Fakt sei, dass die Kostensteigerungen am Materialsektor ihren Ausgang finden würden, daher zähle die bauausführende Wirtschaft – wie auch Auftraggeber bzw. Bauherren – zu den Leidtragenden dieser Entwicklung. „Das Baugewerbe hat – nicht zuletzt aufgrund der bislang üblichen Fixpreis-Zusagen – einen Großteil der Mehrkosten bei den Baumaterialien schultern müssen“, betont Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger.

Dass sich die Teuerung auch am Bau niederschlägt, ist längst kein Geheimnis mehr. So kostete gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres Bauen heuer um 8,7 % mehr. Besonders deutlich zeigte sich der Anstieg im Hochbau, dort kletterten die Preise um 14,1 %. Der Wohnhaus- und Siedlungsbau verteuerte sich dabei um 13,5 %. Seit der Pandemie wurden viele Baumaterialien teurer. Zudem kommt es hier, etwa bei Glas, Dämmung oder Stahl, zu teils massiven Lieferproblemen. (TT)