Musik

Nach Auftritt: Pussy Riot nahmen in Tirol neuen Song auf

Maria Aljochiina, Olga Borisova, Diana Burkot und Taso Pletner (im Uhrzeigersinn) finalisierten in St. Johann ihren „Anti War Song“.
© Isabell Huter

Nach ihrem spektakulären Auftritt kehrten die russischen Kreml-Kritikerinnen vergangene Woche nach St. Johann zurück.

St. Johann – Mitte Mai war der Medienrummel in St. Johann ungewöhnlich groß. Die Kreml-kritische Band Pussy Riot gab ihr einziges Österreich-Konzert der aktuellen Tour – ausgerechnet im Kulturzentrum Alte Gerberei. Weit mehr als die eigentlich geplanten 150 Gäste waren gekommen, um sie zu hören. Mit auf der Bühne stand Aktivistin Marija Aljochina, die kurz vorher auf spektakuläre Weise aus ihrer Heimat Russland geflohen war. Ihr drohte die Verlegung in ein Straflager. Ihre aktuelle „Anti War“-Tour nutzen Pussy Riot, um ihre eigene Geschichte im Kampf gegen das Putin-Regmine zu erzählen – und auf die jüngsten Geschehnisse in der Ukraine aufmerksam zu machen.

Vergangene Woche kehrten Pussy Riot nun erneut zurück nach Tirol. Einmal mehr auf Einladung vom Verein Musik Kultur St. Johann (MuKu), der die Alte Gerberei bespielt. Im Rahmen eines kurzfristig eingerichteten Artist in Residency-Aufenthalts konnten Marija Aljochina, Diana Burkot, Olga Borisova und Taso Pletner in Tirol ihren neuen „Anti War Song“ weiterentwickeln und im Tonstudio aufnehmen, informierte Vereinsobmann Hans Oberlechner gestern. Der Song handelt vom Ukraine-Krieg. Dagegen hatten sich Pussy Riot auch schon bei ihrem Konzert im Mai lautstark ausgesprochen. Gezeigt wurden dazu auch Bilder aus Butscha.

Während der Aufnahmen im Tiroler Studio riefen die Aktivistinnen einmal mehr zu einem europäischen Embargo von russischem Gas und Öl auf, berichtet MuKu. Dieses Geld sei es, das Putin stärkt, den Krieg finanziert und Menschen umbringt, sagten Pussy Riot bei einem Gespräch.

Wie sehr russische AktivistInnen unter Druck stehen, zeigt ein aktuelles Beispiel. Pussy-Riot-Mitglied Aisoltan Nijassowa, die die Band auf ihrer Tour begleitete, wurde Anfang Juni in Kroatien festgenommen. Laut kroatischen Medienberichten wurde ihr Veruntreuung von öffentlichen Geldern vorgeworfen. Inzwischen ist Nijassowa wieder frei. Auch Amnesty International hatte sich für ihre Freilassung eingesetzt. (bunt)