Cupra-SUVs: Angekündigte Rebellionen finden statt
Die Seat-Tochter Cupra hat Blut geleckt: Nach den erfolgreichen Baureihen Formentor und Born stehen nicht nur vier Facelifts an, sondern auch drei SUV-Neuheiten bis 2025.
Von Markus Höscheler
Sant Pere de Ribes – Wer Visionen hat, muss nicht den Arzt bemühen, sondern die Kunden bezirzen. Visionen, die hat Wayne Griffiths, der Chief Executive Officer von Seat und Cupra – und er teilt sie mit seinem Management-Kollegium. Sein Bestreben ist es, innerhalb weniger Jahre die Marke Cupra so weit zu bringen, dass sie jährlich 500.000 Neufahrzeuge weltweit verkauft. Zur Relation: Cupra existiert als eigenständige Marke seit vier Jahren und hat es in diesem Zeitraum geschafft, insgesamt knapp 200.000 Einheiten abzusetzen.
Was Griffiths und sein Team also vorhaben, ist überaus ambitioniert in einem Markt, der mit Transformation, Lieferkettenproblemen und rezessiven Wirtschaftsprognosen zu kämpfen hat. Doch der Rückblick stimmt zuversichtlich, denn Cupra startete 2018 mit einem Umsatz von 430 Millionen Euro und erzielte 2021 bereits 2,2 Milliarden Euro. Den massiven Schub löste vor allem der Formentor aus, auch der vollelektrische Born stößt auf Resonanz. Sport Utility Vehicles und/oder elektrische Antriebe sind also die passende Rezeptur, vermengt mit einem dynamisch-aggressiven Designstil, der Verwechslungsgefahren ausschließt.
Den eingeschlagenen Kurs will Cupra beibehalten, wie sich anhand einer Produktpräsentation im katalanischen Autódromo de Sitges-Terramar, einer historischen Rennstrecke, zeigt. Mit nicht weniger als sieben Neuheiten trumpften Griffiths und Co. im Rahmen einer rund zweistündigen Show auf, angereichert mit Lasereinlagen, Virtual-Reality-Elementen und kinoreifen Videos. An Pathos gab es zudem keinen Mangel, wiederholt sprach Griffiths von der „nächsten Heldengeneration von Cupra, die bis 2025 auf den Markt kommen wird“. Dass Griffiths dick auftrug, dürfte vier Gründe gehabt haben: Zum Ersten waren rund 500 Journalisten versammelt, die die Frohbotschaft der expandierenden Seat-Tochter international verbreiten sollten. Zum Zweiten befanden sich unter den Gästen zahlreiche Aufsichtsräte und Vorstände von VW-Konzern-Gesellschaften, die vom Höhenflug Cupras beeindruckt werden sollten.
Zum Dritten waren einige ranghohe spanische Politiker zugegen, die sich mit der Elektrifizierung der iberischen Autoindustrie befassen – es geht um Investitionen von nicht weniger als zehn Milliarden Euro, die öffentliche Institutionen und der VW-Konzern hierfür loseisen. Schließlich hat sich auch noch die Cupra-Belegschaft ordentlich ins Zeug gelegt und drei Neuheiten kreiert, die innerhalb der nächsten drei Jahre auf den Markt kommen werden: der elektrische SUV-Kleinwagen Urban Rebel, das vollektrische SUV-Coupé Tavascan und das Kompakt-SUV Terramar.
Der 4,03 Meter lange Urban Rebel wird auf einer neuen modularen Plattform (MEB Small) entstehen, die auch als Basis für kleine E-Modelle von Volkswagen und Škoda gedacht ist.
Im Serientrimm zu sehen ist das SUV-Coupé Tavascan, das nach Bekunden von Cupra im übernächsten Jahr in den Handel gelangen wird. Bestückt ist das Modell mit einem vollelektrischen Antrieb. Breiter gestreut ist das Motorenportfolio beim erstmals zu sehenden Terramar, einem 4,5 Meter langen Sport Utility Vehicle, der laut Griffiths nicht als Nachfolger des Ateca gilt. Hier kommen noch einmal Verbrennungsmotoren zum Einsatz, außerdem Plug-in-Hybridkonfigurationen mit einer elektrischen Reichweite von rund 100 Kilometern.
Zum Ausklang der Neuheitenshow gewährte Griffiths schließlich einen Blick auf vier facegeliftete Modelle (Born, Leon, Leon SP und Formentor), die mittelfristig die Cupra-Rebellion unterstützen werden.
Kommentare