Auto

Toyota bZ4X: Der mit dem Strom schwimmt

Schon in diesem Monat will Toyota mit der Auslieferung der ersten bZ4X-Modelle beginnen.
© Toyota

Toyota präsentiert sein erstes batterieelektrisches Modell. Der Crossover überzeugt mit toller Optik und modernster Technik.

Von Walter Schrott

Kopenhagen – bZ4X? Nein, das ist kein Roboter aus Star Wars, sondern Toyotas erstes sortenreines Elektroauto. Das Kürzel steht für „beyond Zero“, auf Deutsch etwa „über null Emissionen hinaus“, 4 verweist auf das Segment und X auf das Allradsystem.

Lange hat es gedauert, bis die Japaner auf den Zug der Zeit aufgesprungen sind. Dafür steht demnächst ein Design-Schmankerl mit Spitzentechnik im Schauraum. Ganz leise Anklänge an den RAV4 sind erkennbar, der bZ4X kommt aber nicht so hemdsärmelig im Offroaderlook daher wie der SUV-Bruder. Er fährt deutlich expressiver vor, fast mit futuristischem Touch. Bullige Front ohne Kühlergrill, extrem schmale LED-Leuchten, dynamische Seitenlinie, hohe Schulterlinie und ein muskulöses Heck mit geteiltem Dachkantenspoiler: Das alles summiert sich zu einem optischen Auftritt der Gattung Eyecatcher. Raffinierte Kanten und Sicken sorgen zudem für tolle Licht- und Schattenspiele. Die dreieckigen Heckleuchten sind durch ein Lichtband verbunden.

Beim Interieur fällt die weit zur Frontscheibe gezogene Instrumententafel auf. Beinahe schon ein Headup-Display. In der wie in einem Flugzeug hoch angesetzten Mittelkonsole fassen ein großes Display und diverse Schalter alle Bedienfunktionen zusammen, das Getriebe wird per Drehrad dirigiert. Basis für den Vollzeitstromer ist die neue e-TNGA-Plattform. 4,69 Meter lang, 1,86 Meter breit, 1,65 Meter hoch, damit weist der bZ4X mittlere SUV-Dimensionen auf. Platz gibt es – auch dank des langen Radstandes von 2,85 Metern – in Hülle und Fülle und auch das Kofferraumvolumen von gut 450 Litern (ohne umgelegte Rücksitze) ist beachtlich.

In der Basis-Version sorgt ein E-Motor an der Vorderachse mit einer Leistung von 150 kW (204 PS) für kraftvollen Vortrieb. Für Kunden, die auf Allradantrieb nicht verzichten möchten, packt Toyota zwei E-Motoren mit jeweils 80 kW (109 PS) an Vorder- und Hinterachse. Die Systemleistung liegt dann bei 160 kW (218 PS). Die Antriebskraft wird je nach Traktion automatisch an die Räder verteilt. Wobei die Japaner herausragende Offroad-Eigenschaften versprechen. Wohl eher in der Theorie, denn kaum jemand wird mit diesem Auto ernsthaft und freiwillig in ganz grobes Terrain abbiegen.

Die Fahrleistungen können sich sehen lassen: Der Fronttriebler erreicht nach 7,5 Sekunden Tempo 100, der Allradler schafft das in 6,9 Sekunden. Bei 160 km endet – elektronisch abgeregelt – der Vortrieb. Die Kraft schöpfen die E-Motoren aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 71,4 kWh, die im Fahrzeugboden untergebracht ist. Das senkt auch den Schwerpunkt ab, erhöht die Karosseriesteifigkeit und tut der Fahrdynamik gut. An der Schnellladestation mit CCS2-Anschluss erreicht die Batteriekapazität nach 30 Minuten 80 Prozent. An der Wallbox dauert das neun Stunden. Die Reichweite liegt bei gut 500 Kilometern (Fronttriebler) bzw. 415 Kilometern (Allradler).

Klar, dass Toyota dem bZ4X modernste Sicherheitstechnologie mit auf den Weg gibt. Das neue T-Mate-Sicherheitssystem bündelt modifizierte oder neue Assistenzsysteme. Das Pre-Collision-System erkennt entgegenkommende Fahrzeuge und bremst bei Gefahr das Auto ab. Ein Aussteigeassistent verhindert Kollisionen mit von hinten kommenden Fahrzeugen durch plötzlich öffnende Türen.

Bei ersten Testfahrten hat der bZ4X eine feine Vorstellung abgeliefert. Er punktet mit kraftvollem Antritt, einem für einen Zweitonner bemerkenswert dynamischen Handling und komfortbetonter Fahrwerkabstimmung.

Marktstart ist im Juni, heuer werden aber nur 350 Stück nach Österreich kommen. Toyota Austria rechnet mit einem Allradanteil von 30 Prozent. Der Fronttriebler startet bei 48.290 Euro, für den Allradler sind mindestens 51.170 Euro fällig.