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100 Jahre Wasserski: Mit beiden Beinen fest am Wasser stehen

Fast 100 Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern.
© Minnesota Historical Society, Schaller

Zwei Österreicherinnen sind in die Bindung des Wasserski-Pioniers Ralph Samuelson getreten. Er hat den Sport vor genau 100 Jahren erfunden.

Von Matthias Christler

„Splish Splash“, die Holzlatten nehmen ein Bad. Vor 100 Jahren steckt der US-Amerikaner Ralph Samuelson zwei 240 Zentimeter lange und 23 Zentimeter breite Kieferplanken in den Waschzuber der Mutter, um sie zu erhitzen. Dann biegt er die Spitzen nach oben. Nach wochenlangen Experimenten am Wasser und in der Werkstatt ist es am 29. Juni 1922 so weit. Sein Bruder Ben sitzt im Boot und zieht den 18-jährigen Ralph, der auf den Holzbrettern steht und an einer Leine hängt, mehrere Minuten über den Lake Pepin in Minnesota. Es sind die Geburtsminuten des Wasserskifahrens.

Von den USA, wo man „Splish Splash“ sagt, wenn man eintaucht, nach Österreich, wo es „Plitsch Platsch“ heißt. Vom Amerikaner Ralph Samuelson zu den Österreicherinnen Renée Palm und Bianca Schall. Auch bei den beiden haben die Eltern dafür gesorgt, dass sie mehr oder weniger ihr halbes Leben auf Wasserski verbracht haben. Bei Palm aus Walchsee war es Stiefvater Karl. „Im Winter war er Skilehrer und hat sich für alles interessiert, was mit Ski zu tun hat. Und er war ein Draufgänger, also hat er es ausprobiert und es hat gleich gut funktioniert“, erinnert sich Palm. Die zweifache österreichische Staatsmeisterin selbst stand 1953 mit fünf Jahren das erste Mal auf Wasserski.