Kunst

Hinterfragte Räume: RLB-Kunstpreis 2022 für Anna-Maria Bogner, Ausstellung folgt

Anna-Maria Bogner (*1984) lebt und arbeitet in Düsseldorf.
© RLB/Kresser

Der RLB-Kunstpreis 2022 geht an Anna-Maria Bogner. Eine Ausstellung der Schwazerin wird kommendes Jahr im Ferdinandeum zu sehen sein.

Innsbruck – Zum zehnten Mal wurde gestern der RLB-Kunstpreis vergeben. Zum zehnten Mal flossen damit seit 2004 18.000 Euro in die KünstlerInnenförderung, richtet sich der Preis der Raiffeisen Landesbank doch explizit an Tiroler Kunstschaffende unter 40. 47 Willige haben sich heuer beworben. Den Hauptpreis (dotiert mit 10.000 Euro) erhielt die Schwazerin Anna-Maria Bogner, die zwei Förderpreise (je 4000 Euro) gingen an die Innsbruckerin Helena Lea Manhartsberger und die Brixnerin Maria Walcher.

Neunmal wurden bisher parallel zur Preisverleihung Werke ausgewählter TeilnehmerInnen im hauseigenen Ausstellungsraum, der RLB-Kunstbrücke, auch ausgestellt. Heuer fällt diese Schau erstmals – und wohl nicht zum letzten Mal – flach. Seit 2020 wird am Raiqa-Areal nämlich gebaut. Auch an einer „neuen“ RLB-Kunstbrücke, die wohl Ende 2025 oder Anfang 2026 eröffnet werden wird. Damit jedenfalls rechnet der stellvertretende RLB-Vorstandsvorsitzende Thomas Wass. Aufrecht bleibt dafür die Kooperation der RLB mit den Tiroler Landesmuseen: Wie alle HauptpreisträgerInnen ab 2006 wird auch Bogner mit einer Einzelausstellung im Ferdinandeum zu sehen sein.

Kunstbrücke-Leiterin Silvia Höller stellte Anna-Maria Bogner 2015 in „Dazwischen“ schon einmal auf der „alten“ Kunstbrücke aus.
© RLB/Kresser

Wie genau diese Schau 2023 aussehen wird, darüber hat Bogner nun einige Monate Zeit, nachzudenken. Dass sie sich dabei auch kurzfristig auf eine neue Raumsituation einstellen muss – ab 2023 soll auch das Ferdinandeum großzügig umgebaut werden – damit habe sie kein Problem, sagt Bogner bei der gestrigen Preisverleihung. Eine Ausstellung in der Baustelle? Warum nicht, meint die 38-Jährige. Seit bald zehn Jahren hinterfragt sie mit ihrer minimalen Formensprache unterschiedlichste Räume ganz bewusst. 2015 schon einmal gemeinsam mit Künstlerkollegin Esther Stocker auf der „alten“ Kunstbrücke. In „Dazwischen“ wuchsen die filigranen Zeichnungen der Schwazerin als konkrete Linienkonstrukte im Raum weiter.

Gefehlt hat bei der gestrigen Preisverleihung von den drei Preisträgerinnen übrigens Helena Lea Manhartsberger, die für ihre künstlerische Gratwanderung zwischen Journalismus und sozialem Engagement mit dem Förderpreis bedacht wurde. Die Innsbruckerin arbeitet aktuell an einer Kriegsreportage in der Ukraine. Die zweite Förderpreisträgerin Maria Walcher ist mit ihrer ortsspezifischen und auf Partizipation angelegten Kunst derzeit u. a. im Tirol Panorama zu sehen. (bunt)