Tirol

Tiroler Landesregierung beschloss "Ökopaket" bei Wohnbauförderung

Photovoltaik-Anlagen sind bei Neubauten künftig Pflicht, um Wohnbauförderung zu beziehen.
© ROBERT JAEGER

Innsbruck – Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung hat in ihrer Regierungssitzung am Dienstag ein sogenanntes "Ökopaket" im Bereich Wohnbauförderung beschlossen. So werden etwa die Förderungen für jene erhöht, die energiesparende Maßnahmen bei Neubauten und Wohnhaussanierungen setzen. Zudem wird eine Photovoltaik-Anlage bei Neubauten künftig eine obligatorische Voraussetzung sein, um die Wohnbauförderung beziehen zu können, hieß es in einer Aussendung.

Raus aus Gas

Im Bereich der Wohnhaussanierung werde künftig umgesetzt, was bereits beim Neubau gelte: Gas als Energiequelle zum Heizen gehöre der Vergangenheit an, auch der Umstieg auf Erdgas werde nicht mehr gefördert, betonten die Koalitionäre. Stattdessen würden der "Ökobonus" für hochwertige Sanierungen sowie Förderungen für Dämmungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe erhöht. Darüber hinaus erhöht sich der Maximalbetrag der "angemessenen Gesamtbaukosten", die von Bauträgern für den Erhalt der Wohnbauförderung eingehalten werden müssen, um rund sechs Prozent.

Das Paket schlägt mit jährlich über 34 Millionen Euro zu Buche. "Vor zwei Jahren haben wir mit dem Klimapaket bereits einen Meilenstein im Bereich der Nachhaltigkeit gesetzt, mit dem Ökopaket wollen diesen Aspekt beim Wohnen verstärken", zeigte sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zufrieden.

Höhere Mieten sollen verhindert werden

Damit höhere Baukosten nicht zu höheren Mieten führen, schaffen man mit angehobenen Förderungskrediten einen sozialen Ausgleich, betonte wiederum Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader (ÖVP): "Damit verhindern wir, dass jene, die ohnehin über knappe finanzielle Ressourcen verfügen, nicht noch zusätzlich durch höhere Mieten aufgrund höherer Baukosten belastet werden." Konkret erhalte ein Bauträger in der verdichteten Bauweise damit künftig 1.650 Euro statt 1.400 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche als Kreditförderung, bei Eigenheimen seien es 54.000 statt 45.000 Euro an Förderungen.

Das "Öko-Paket" sei im wahrsten Sinne "öko" und "sozial" gleichermaßen", ergänzte Klimaschutzlandesrätin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und nahm unter anderem Bezug drauf, dass im Wohnbau nur noch energiesparende und umweltfreundliche Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit öffentlichen Geldern unterstützt werden. (TT.com)