IFSC-Kletter-Weltcup

Kletter-Ass Schubert teilt sich sein Wohnzimmer bald mit 10.000 Fans

Im Vorjahr kletterten Jessica Pilz und Jakob Schubert in Innsbruck zu ÖM-Gold, kommende Woche streben sie nach Höherem.
© Kristen

Der IFSC-Kletter-Weltcup kommende Woche verspricht ein Spektakel in vier Akten. Und Österreich schickt gleich 39 Athleten ins Rennen.

Von Max Ischia

Innsbruck – So ein Boulderweltcup wie am Wochenende in Brixen hinterlässt Spuren. In vielerlei Hinsicht. Beinahe flächendeckend ziehen sich Blutergüsse, blaue Flecken und Schürfwunden über Knie und Unterschenkel von Jessica Pilz und Jakob Schubert. „Nicht der Rede wert“, versichern Österreichs Kletter-Aushängeschilder unisono. Und betonen im beinahe hymnischen Gleichklang die Vorfreude auf das „Heimspektaktel“ nächste Woche in Innsbruck. Dort, wo sich die beiden 2018 in der ausverkauften Olympiaworld zu WM-Gold gehantelt hatten. Dieses Mal bildet der Außenbereich des Kletterzentrums Innsbrucks die beeindruckende Kulisse. Bis zu 10.000 Zuschauer werden insgesamt von Dienstag bis Sonntag erwartet. Qualifikation und Halbfinali gehen bei freiem Eintritt in Szene, für die jeweiligen Entscheidungen läuft der Kartenvorverkauf bei oeticket.

Was Wimbledon dem Tenniszirkus, Augusta den Golfern oder Monte Carlo der Formel 1, ist Innsbruck für die Kletterwelt – schlichtweg das Nonplusultra. Der unumstrittene Höhepunkt im Weltcupkalender. Wie auch Natalia Grossman mit einem unmissverständlichen Nicken unterstreicht. „Ich liebe Innsbruck. Die Trainingsmöglichkeiten, die Berge, die Stadt. Ich bin sicher, nächste Woche geht hier die Post ab“, lächelt jene US-Dame, die bei den bisherigen fünf Boulder-Weltcups viermal triumphierte – mit 19 von 20 möglichen Final Tops. Doch die Gegnerschaft bei der finalen Boulder-Station in diesem Sommer wird groß sein wie nie – schließlich kehrt auch Olympiasiegerin Janja Garnbret (SLO) nach einer schöpferischen Pause zurück – der nächste Ritterschlag für Innsbruck.

Österreich schickt ein von Pilz und Schubert angeführtes 39-köpfiges Aufgebot ins Rennen. Und weil man im Österreichischen Kletterverband (KVÖ) seit jeher die Inklusion großschreibt, sind auch die Paraclimber mit von der Weltcup-Partie. Auch zur Freude von Weltmeister Angelino Zeller und der Tiroler Behindertensportlerin 2021 Jasmin Plank. „Der Heimweltcup ist ein tolles Schaufenster für unseren Sport. Wir wollen begeistern, die Menschen mitreißen, etwas bewegen.“ Was Zeller anspricht, gilt erst recht für Lokalmatador Jakob Schubert. Und weil der amtierende Weltmeister in seiner Paradedisziplin Vorstieg noch etwas Aufholbedarf sah, schulterte er nach der Pressekonferenz seinen schwarzen Rucksack und verabschiedete sich zum Training: „Bis nächste Woche.“