Innsbruck

Eduard Klell: In dekorativer Makellosigkeit zelebrierte Obsessionen

In der Galerie Maier: Eduard Klells „Höllensturz“ von 1962.
© Schlocker

Innsbruck – Eduard Klell war als Maler und Zeichner lebenslang ein Exote. War er doch der einzige einigermaßen ernst zu nehmende Vertreter des Phantastischen Realismus im Westen Österreichs, einer Stilrichtung mit sehr raschem Ablaufdatum, wie sich gezeigt hat. Umso erfreulicher ist es, dass die Innsbrucker Galerie Maier die sehr spezielle Kunst des vor 14 Jahren 84-jährig verstorbenen Künstlers aus der Versenkung holt. Um einen repräsentativen Querschnitt durch Klells Werk zu zeigen, den in altmeisterlicher Akribie auf Holz malenden Erfinder fantastischer Szenarien genauso wie den exzellenten Zeichner.

Wobei offensichtlich wird, dass Zufälliges in Eduard Klells Kunst absolut keine Rolle spielt. Jeder Quadratzentimeter seiner in Harzöllasurtechnik ausgeführten Malerei ist bis ins kleinste Detail durchkomponiert, jedes Härchen sitzt, jedes Blättchen, Blümchen oder Muschelchen ist makellos. Wenn auch nicht ohne Schuld in einem metaphorischen Sinn.

Denn Eduard Klell war ein Erzähler von Märchen, in die der Kunsterzieher auch so manche seiner geheimen Obsessionen einfließen ließ. Nicht zuletzt sein mit steigendem Alter zunehmend offenkundig werdendes Faible für wohlgeformte weibliche Kehrseiten. Aber auch mit so manchen Monstern duellierte sich Klell in seinen Bildern, grandios etwa in seinem 1962 gemalten „Höllensturz“, der selbst eines Hieronymus Bosch würdig wäre. (schlo)

📍 Galerie Maier. M.-Theresien-Straße 38, Innsbruck; bis 25. Juni, Di–Fr 10–12, 15–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561