„Occhiali Neri“ von Dario Argento: Das Werk eines Meisters
Dario Argento meldet sich mit „Occhiali Neri“ zurück.
Innsbruck – In Dario Argentos Kino hat die Form Inhalt. Selbst die enttäuschenderen Filme des italienischen Altmeisters – er wird im September 82 – sind reich an optischen Freuden. Und seit 1993, seit „Trauma“ also, hat Argento ziemlich enttäuschende Filme gedreht. Die Budgets, die ihm zur Verfügung standen, schrumpfen, seine Ideen wurden seltsamer. Doch selbst in seiner Schundfilmphase gelangen Argento seelenzersplitternde Momente. Die gibt es auch in „Occhiali neri“, seiner ersten Kinoarbeit seit 2012. Sie schaut furchtbar nach Fernsehen aus. Aber sie fühlt sich wie Kino an. Darauf kommt es an.
📽️ Trailer | Occhiali Neri:
Wie schon in „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ (1970) – Argentos erstem, epochalem „Giallo“-Krimi – geht auch in „Occhiali Neri“ ein Mörder um. Aber darum ging es damals nicht – und heute auch nicht: Um das Ausgeliefertsein des Opfers (Ilenia Pastorelli) geht es diesmal. Und um das Aufbäumen einer Frau gegen die Konventionen eines Genres, das Dario Argento miterfunden hat. Kein Meisterwerk. Aber: das Werk eines Meisters. (jole)
🎬 Occhiali Neri. Ohne Altersfreigabe. In Innsbruck: Cinematograph.