Finale bei der Weltmeisterschaft als Ziel, nicht mehr nur Traum
Österreichs Schwimmer starten in die WM in Budapest. Den Alexandri-Schwestern heute folgen morgen Auböck, Reitshammer, Bucher und Co.
Von Sabine Hochschwarzer-Dampf
Innsbruck – Was haben sich die Zeiten doch geändert. Zugegeben: Im Schwimmen sind diese mitunter kurzlebig, wenn etwa Rekorde im Vorlauf purzeln und später im Finale erneut. „Das Halbfinale zu erreichen, wäre mein großer Traum“, hatte Bernhard Reitshammer noch vor seinen ersten Weltmeisterschaften im Dezember 2018 gehofft, ebenso bei seiner ersten auf der Langbahn 2019 – da war er über 100 m Rücken deutlich über seiner Bestzeit geblieben und 29. geworden.
Heute ist alles anders: Der in Linz lebende Absamer rechnet sich für morgen (100 m Brust) und Montag (50 m Brust) weit bessere Chancen aus, auf die 100 m Rücken wird er vielleicht verzichten. „Einen neuen österreichischen Rekord wird es für das Semifinale aber schon brauchen“, sagt er, der mit 27,33 bzw. 59,93 Sekunden beide hält. Reitshammer ist längst Routinier, feiert heute in Budapest seinen 28. Geburtstag, ist Olympia-erprobt und mit Bronze bei der EM 2021 dekoriert – die 100 m Lagen stehen aber nicht im WM-Programm. Die Vorfreude hat die Nervosität überlagert: „Ich freue mich, zunächst hieß es ja, die WM fiele aus.“ Die Dichte sei groß, größer als bei der EM, ähnlicher jener bei Olympia, wo er zwar über den Bestzeiten blieb, aber jede Menge Erfahrung sammelte – vor allem aber Selbstvertrauen wie auch zuletzt bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi als Achter über 100 m Lagen. So wie auch Simon Bucher, Rekordler über 50 und 100 m Delfin in 23,63 bzw. 51,80 Sekunden, Tokio-Starter und Kurzbahn-WM-Siebenter. Bei der EM im Vorjahr in Budapest gelangen ihm sogar zwei Rekorde in einem Rennen und das Olympia-Limit. „Ich habe also nur die besten Erinnerungen“, sagt der 22-Jährige, der es locker angeht: „Die 50 m Delfin am Samstag nehme ich zum Einstimmen.“ Auf der 100er-Strecke nächsten Donnerstag liege der Fokus. Spätestens dafür komme auch der Vollbart weg.
Mit Vollgas geht es indes für Kurzbahn-Weltmeister Felix Auböck los. Am Mittwoch noch bei einer Prüfung an der Uni in England, startet am Samstag schon sein Hauptrennen, die 400 m Kraul, die er in Abu Dhabi gewonnen hatte. In Budapest im Vorjahr bei der EM gewann er mit Silber sein erstes Edelmetall. Den Auftakt heute machen aber die Synchron-Schwestern Alexandri mit den Vorrunden: Vasiliki in der Solo-Technik, Anna-Maria und Eirini im Duett.