Heißester Tag des Jahres: Imst mit 36 Grad Tirols Hitze-Spitzenreiter
Der Sonntag war der bisher heißeste Tag des Jahres. Schon gegen Mittag wurde in Tirol die 30-Grad-Marke übertroffen – im Laufe des Tages kletterten die Temperaturen bis auf 36 Grad hinauf. Selbst in mehr als 2000 Metern Höhe wurden 20 Grad gemessen. In Vorarlberg gab es einen neuen Juni-Rekord. Die neue Woche bleibt warm, wird aber gewitteranfälliger.
Innsbruck, Wien – Heiß, heißer, Imst! Die Bezirkshauptstadt war mit 36 Grad am Sonntag Tirols „Hotspot" – aber nicht minder warm war es in Mayrhofen (35,5°), Innsbruck (35°), Landeck (34,7°) und Haiming (34,5°). Die Rekorde vom Hitzetag des 30. Junis 2019 wurden damit aber nicht gebrochen – damals kletterte das Quecksilber in Imst auf 37,9 Grad und in Innsbruck standen satte 38,5 zu Buche.
Anders in Vorarlberg: Bei unseren Nachbarn war es am Sonntag so warm wie seit den 50er-Jahren nicht mehr. Um 14.45 Uhr war es in Feldkirch 36,5 Grad heiß – damit war es um immerhin 0,3 Grad wärmer als am 30. Juni 1950, als man bei 36,3 Grad (ebenfalls in Feldkirch) schwitzte. Die Bundeslandrekorde für Juni liegen zwischen nunmehr also bei 36,5 Grad in Vorarlberg und 38,6 Grad in Niederösterreich (Waidhofen/Ybbs 2013).
📽️ Video | Hitzerekord in Vorarlberg
Zweifelsfrei war es der bisher heißeste Tag des Jahres – an 160 der rund 280 Wetterstationen der ZAMG wurde ein Hitzetag mit mindestens 30 Grad gemessen, an knapp 250 ein Sommertag mit mindestens 25 Grad. Extrem warm war es auch auf den Bergen. 20,4 Grad wurden etwa auf der Ischgler Idalpe in 2312 Meter Seehöhe gemessen, am Sonnblick Observatorium der ZAMG in 3106 Meter Seehöhe hatte es immerhin noch 10,8 Grad.
🌡️ Die Temperaturen in Österreich
Blick in die Bundesländer
In Oberösterreich war es heute in Braunau/Ranshofen und Weyer mit jeweils 35,3 Grad am heißesten, in Niederösterreich in Amstetten und in Wieselburg mit je 35,1 Grad und in Salzburg in Golling mit 34,2 Grad. In der Steiermark kletterte heute das Thermometer in Hall/Admont am höchsten (34,1 Grad) und in Kärnten in Spittal an der Drau (33,4 Grad). In der Wiener Innenstadt machten 32,6 Grad Touristen zu schaffen. Im Burgenland führte Eisenstadt die Liste mit 30,6 Grad an.
📑 Verhaltenstipps
- Bei dem Wetter sollte man auf jeden Fall genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, eine kühle Umgebung aufzusuchen und den Körper mit kühlen Tüchern oder Duschen abkühlen. Wenn die Maßnahmen nicht helfen, sollte man nicht davor zurückschrecken, die Rettung zu rufen.
- Bei einem Hitzeschlag sollte man betroffene Personen in eine kühle Umgebung bringen, enge Kleidung lockern, feuchte Tücher auf Kopf und Körper legen, die Menschen mit Flüssigkeit versorgen und sie bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen und die Rettung verständigen.
Es bleibt sehr warm, aber Gewitter sind im Anmarsch
Die Temperaturen liegen derzeit um fünf bis zehn Grad über den für Mitte Juni durchschnittlichen Werten. Auch kommende Woche bleibt es überdurchschnittlich warm, mit Nachmittagstemperaturen meist zwischen 26 und 33 Grad. Allerdings wird das Wetter unbeständiger, mit einer Mischung aus Sonnenschein, Wolken und teils kräftigen Gewittern.
Im Vorfeld einer nahenden Kaltfront aus Nordwesten wechseln am Montag im Westen und Norden bereits am Vormittag Sonnenschein mit Quellwolken. Die Gewitterneigung nimmt in diesen Regionen rasch zu. Sonst ist es noch überwiegend sonnig.
Ab Mittag kommt es in ganz Österreich zu Regenschauern und Gewittern, wobei einzelne Gewitterzellen auch heftig ausfallen können. Mit Störungsdurchzug bläst der Wind zunehmend lebhaft aus westlichen Richtungen, in Gewitternähe sind Sturmböen möglich.
Die Zahl der Tage mit mindestens 30 Grad (Hitzetage) hat sich im Juni in den vergangenen Jahrzehnten in den tiefen Lagen Österreichs verdoppelt bis vervierfacht, wie eine Auswertung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt: So gab es zum Beispiel in den Landeshauptstädten in einem durchschnittlichen Juni im Zeitraum 1961 bis 1990 ein bis zwei Hitzetage.
1991 bis 2020 gab es in einem durchschnittlichen Juni schon zwischen zwei (Bregenz) und fünf (Innsbruck) Hitzetage.
📽️ Video | Hitzerekorde in Österreich
Diese Rekorde stammen alle aus der jüngeren Vergangenheit. An der Spitze liegt Innsbruck mit 17 Hitzetagen im Juni 2019. 2021 erlebte Österreichs den drittwärmsten Juni der Messgeschichte, es gab sehr viele Tage über 30 Grad. Damit bestätigte der Juni 2021 die massive Erwärmung in den letzten Jahren. Von den zehn wärmsten Juni-Monaten der 255-jährigen Messgeschichte Österreichs waren acht seit dem Jahr 2000.
📸 Bildergalerie | Sommer in Tirol: Die besten Leserfotos
Hitzetelefon wieder in Betrieb
Mit der ersten Hitzewelle nahm das Gesundheitsministerium wieder das Hitzetelefon in Betrieb: Unter der kostenlosen Hotline Tel. 050-555-555 geben Fachleute rund um die Uhr Ratschläge, wie man sich vor der Belastung durch die hohen Temperaturen am besten schützt. (TT.com/APA)
Spanien atmet auf: Leichte Abkühlung am Sonntag
Madrid – Die Spanier konnten am Sonntag erstmals wieder etwas aufatmen. Die Temperaturen fielen nach einer ungewöhnlich heftigen tagelangen Hitzewelle in vielen Landesteilen wieder auf unter 40 Grad, in manchen Gegenden sogar unter 30 Grad. So wurden etwa in Saragossa nur noch 34 Grad erwartet nach bis zu 42 Grad am Vortag. Auch auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca war es mit rund 30 Grad in den Küstenregionen wieder erträglicher.
Die in den vergangenen Tagen ausgebrochenen Waldbrände wüteten aber zum Teil noch weiter. Die Lage in Navarra war nach Angaben der Regionalregierung mit fünf aktiven Bränden weiter "sehr kritisch". Wegen des Windes sei die Lage unberechenbar. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz. Die Bewohner mehrerer kleinerer Orte wie Etxarren, Arzoz, Muskiz oder San Martín de Unx seien in Sicherheit gebracht worden.
Der schlimmste Brand im Gebirgszug Sierra de la Culebra unweit der Grenze zu Portugal im Nordwesten Spaniens konnte den Angaben zufolge jedoch dank niedrigerer Temperaturen und einiger Regenfälle unter Kontrolle gebracht werden. Dort waren rund 25.000 Hektar Wald vernichtet worden. Auch in Katalonien entspannte sich die Lage. Die meisten Feuer konnten entweder gelöscht oder zumindest unter Kontrolle gebracht werden, wie die Regionalregierung mitteilte.