Entgeltliche Einschaltung

Ex-Mitarbeiter verklagen Tesla, Konzern will weitere Stellen streichen

Mehr als 500 Mitarbeiter hat Tesla im Juni in Kalifornien vor die Tür gesetzt. Offenbar ohne die Kündigungsfrist einzuhalten. Zwei von ihnen wehren sich nun vor Gericht. Indes will Tesla weitere 3 bis 3,5 Prozent aller Stellen streichen.

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Der Elektroauto-Hersteller Tesla wird vor Gericht gebracht.
© CHRIS DELMAS

Palo Alto – Der US-Elektroautobauer Tesla steht im US-Staat Texas wegen des Verdachts der Massenentlassungen ohne Einhaltung der Kündigungsfrist am Pranger. Zwei ehemalige Beschäftigte erklärten, sie seien im Juni in der Gigafabrik in Sparks ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Frist entlassen worden, heißt es in der am Montag eingereichten Klageschrift. Demnach habe Tesla mehr als 500 Mitarbeiter im Juni auf die Straße gesetzt.

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Laut dem US-Arbeitsrecht ("Worker Adjustment and Retraining Notification Act") sei bei einer derartigen Massenentlassung eine 60-tägige Kündigungsfrist vorgeschrieben. "Tesla hat den Angestellten lediglich mitgeteilt, dass ihre Kündigungen sofort wirksam werden würden", heißt es in der Klage. Die ehemaligen Mitarbeiter streben eine Sammelklage an. Tesla war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Tesla will bis zu 3,5 Prozent der Stellen abbauen

Der US-Elektroautohersteller Tesla wird in den kommenden Monaten 3 bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen. Das stellte Firmenchef Elon Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar. Bei den Angestellten solle dabei etwa jeder zehnte Job wegfallen, die Zahl der Fabrikarbeiter werde dagegen auf lange Sicht wachsen. Zu Jahresbeginn hatte des Unternehmens knapp 100.000 Beschäftigte.

Tesla habe zum Teil zu schnell Angestellten-Arbeitsplätze aufgebaut, sagte Musk in einem Videointerview auf der Konferenz Qatar Economic Forum.

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Der Tech-Milliardär bekräftigte, dass er mit einer Rezession in den USA in nächster Zeit rechne. In den vergangenen Wochen war durch Berichterstattung über eine geleakte E-Mail Musks zunächst der Eindruck entstanden, er wolle unter Verweis auf die schwache Konjunktur zehn Prozent der gesamten Tesla-Belegschaft kürzen.

Kläger fordern Lohn für 60 Tage

Die ehemaligen beiden Beschäftigten, die die Klage einreichten, fordern indes Lohn und Leistungen für die 60 Tage. "Es ist ziemlich schockierend, dass Tesla so eklatant gegen das Bundesarbeitsrecht verstößt, indem es so viele Beschäftigte entlässt, ohne die erforderliche Frist einzuhalten", sagte die Anwältin Shannon Liss-Riordan, die die Kläger vertritt, der Nachrichtenagentur Reuters. Tesla biete einigen Beschäftigten eine Abfertigung in Höhe eines Wochenlohnes an. Sie bereite daher einen Dringlichkeitsantrag vor, damit sich der Konzern sich nicht mit der geringen Abfertigung freikaufen könne. Tesla-Chef Elon Musk hatte Anfang des Monats angekündigt, aus Angst vor einer Rezession Tausende Stellen bei dem Elektroautobauer zu streichen. (APA, dpa)


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