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"Tag der Herzlichkeit": Entlasten und ermächtigen

Pandemie, Krieg, Teuerung: Viele Familien sind stark belastet. Am „Tag der Herzlichkeit“ wollten Land Tirol, Diözese, Caritas und Bischof-Stecher-Verein dazu Impulse setzen.

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Für Familien gäbe es in Tirol genug Hilfsangebote, viele würden sich aber nicht trauen, diese anzunehmen, sagen (von links) Bischofsvikar Jakob Bürgler, Landesrätin Gabi Fischer und Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb.
© Caritas

Innsbruck – Bereits jetzt haben viele Familien in Tirol kaum noch genug Geld, um über die Runden zu kommen. Und es werden immer mehr. Pandemie, Krieg, Teuerung. Hohe Mieten auf der einen, niedrige Einkommen auf der anderen Seite. Ein Problem, das seit vielen Jahren schwelt, wächst sich weiter aus, die Kluft zwischen sehr Arm und sehr Reich wird größer. Der Bischof-Stecher-Gedächtnisverein hat deshalb am gestrigen „Tag der Herzlichkeit“ gemeinsam mit dem Land, der Caritas und der Diözese Innsbruck Impulse und Ideen vorgestellt, wie diese Entwicklung gebremst und drohendes Leid verhindert werden kann.

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Familien stünden hierzulande „ganz schön unter Druck“, sagte Peter Jungmann, Obmann des Stecher-Vereins, bei einem Pressegespräch. „Es geht um ein gutes Miteinander, das fällt aber nicht vom Himmel. Herz hat jede und jeder, es ist nur die Frage, ob es gezeigt wird“, fordert er besonders in diesen herausfordernden Zeiten Solidarität ein.

Leute ermächtigen, Unterstützung anzunehmen

Handlungsbedarf sah auch Soziallandesrätin Gabriele Fischer von den Grünen. „Vieles von dem, was während der Pandemie vielleicht noch funktioniert hat, geht sich jetzt schon lang nicht mehr aus.“ Erspartes sei aufgebraucht, der Wert des Lohns verfalle. Fischer ist überzeugt davon, dass es in Tirol genügend Angebote für belastete Familien gibt, wie etwa den Mietrückstandsfonds oder diverse Beratungsstellen. „Wir müssen die Menschen nur noch mehr dazu ermächtigen, diese Unterstützung auch anzunehmen. Viele Leistungen werden nicht so abgeholt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen, sei hierzulande nach wie vor viel zu groß, meinte auch Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb. „Wir wollen die Menschen unterstützen, die Hilfe zu finden, die es bereits gibt.“ Bei akuten Fälle – wenn etwa ein Elternteil ins Burn-out gleitet – gebe es in Tirol jedoch eine Versorgungslücke. Die im Jahr 1947 ins Leben gerufene Caritas-Familienhilfe könne diese schließen. Aktuell gibt es das Angebot aber nur noch in Innsbruck und Umgebung sowie in Osttirol. Derzeit werden laut Rathgeb Gespräche mit dem Land Tirol geführt, um dieses nach und nach wieder flächendeckend einzuführen.

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„Nicht nur messbare, sondern auch innere Werte tragen das Leben“, erklärte Bischofsvikar Jakob Bürgler. Finanziell abgesichert zu sein, sei wichtig, aber auch durch Spiritualität und Gebet lasse sich Entlastung finden.

Um die Familienhilfe der Caritas zu unterstützen, hat der Bischof-Stecher-Verein Spenden gesammelt. Obmann Peter Jungmann übergab gestern einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro. (bfk)


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