Italien

Italiener sparen Strom und kaufen Ventilatoren statt Klimaanlagen

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Die aktuelle Hitzewelle in Italien treibt nicht nur den Absatz von Ventilatoren in die Höhe. Auch Mineralwasser und verschiedene Obstsorten werden stärker nachgefragt.

Rom – Im Kampf gegen die hohen Energiepreise besorgen sich die Italiener mehr einfache Ventilatoren statt teurer Klimaanlagen. Beim Verkauf von Ventilatoren stellte der Großhandel ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr fest. "Die Italiener wollen die Kosten eingrenzen, auch in Sachen Stromkonsum und bevorzugen Ventilatoren", berichtete Giorgio Panizza, Aufsichtsratsmitglied der norditalienischen Supermarktkette Il Gigante.

Die Italiener lassen sich den Kampf gegen die Hitze etwas kosten. Kein Wunder, denn schließlich bricht der Sommer 2022 mit seiner seit Mai anhaltenden Hitzewelle alle Rekorde und macht auch den unempfindlichsten Italienern schwer zu schaffen. Resultat: Um die Situation erträglicher zu machen und Abkühlung zu finden, greifen die schweißgeplagten Menschen tief in die Tasche und investieren vor allem in Mineralwasser, Erfrischungsgetränke, Eis und Obst.

Plus auch bei Mineralwasser

Beim Konsum von Mineralwasser wurde seit Mai ein Plus von 30 Prozent gemeldet. "Normalerweise verkaufe ich an unsere Kunden etwa drei Kisten Wasser pro Woche. Jetzt ist der Verbrauch auf zwei Kisten pro Tag gestiegen", sagt ein Mailänder Cafe-Besitzer. Dabei haben die Italiener ohnehin schon den größten Mineralwasserverbrauch in Europa.

Die Hitzewelle treibt auch den Konsum von Obst wie Wassermelonen und Pfirsiche in die Höhe. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti meldete ein Plus von 20 Prozent beim Obstkonsum. Besonders gefragt sind Wassermelonen, Pfirsiche und Kirschen. 108 Euro pro Monat gibt jeder Italiener durchschnittlich für Obst aus. Sechs Millionen Tonnen Obst werden jährlich im Land konsumiert. Belastet ist die italienische Landwirtschaftsproduktion jedoch von der anhaltenden Trockenheit, den steigenden Energiekosten, sowie den hohen Preisen für Dünger, berichtete der Landwirtschaftsverband. (APA)

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