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Vier Tirolerinnen stehen im ÖFB-Kader für die Frauen-EM in England

ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann strich am Montag Virginia Kirchberger, Annabel Schasching, Julia Magerl, Katja Wienerroither und Mariella El Sherif aus dem Großkader.

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Nach ihrer schweren Knieverletzung sparng Jasmin Pal noch auf den EM-Zug auf.
© GEPA pictures/ Hans Oberlaender

Wien – Virginia Kirchberger hat den Wettlauf mit der Zeit verloren: Die von einem Schien- und Wadenbeinbruch genesene Innenverteidigerin wurde von Österreichs Teamchefin Irene Fuhrmann nicht in den endgültigen 23-köpfigen EM-Kader nominiert, den die 41-jährige Wienerin am Montag in Wien bekanntgab. Ebenfalls aus dem Großkader gestrichen wurden Annabel Schasching, Julia Magerl, Katja Wienerroither und Mariella El Sherif. Dabei ist hingegen die Tiroler Torfrau Jasmin Pal (Innsbruck) nach ihrem Kreuzbandriss. Mit Nicole Billa (Angerberg), Katharina Schiechtl (Imsterberg) und Maria Plattner (Axams) haben noch drei weitere Tirolerinnen den Sprung in den EM-Kader geschafft.

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Für Kirchberger und die zur besten Spielerin der Bundesliga-Saison gewählte Schasching ist der EURO-Traum allerdings nicht ganz ausgeträumt. Das Duo darf die Reise nach England mit dem Team antreten und könnte im Falle eines Ausfalls nachnominiert werden. "Leider hat die UEFA im Vergleich zur Männer-EM entschieden, die Kader auf 23 zu reduzieren, weil sich die pandemische Lage entspannt hat. Wir haben aber gesehen, dass es bei anderen Teams positive Fälle gegeben hat, deshalb werden wir zwei Spielerinnen als Back-Up mitnehmen", erläuterte Fuhrmann.

Sollte es vor dem ersten Spiel zu einer Verletzung kommen, darf eine neue Spielerin nachrücken. Danach geht das nur noch, wenn es eine Torfrau betrifft sowie im Falle von positiven Coronatests. Aktuell gibt es mit Viktoria Schnaderbeck und Carina Wenninger zwei angeschlagene Defensivstützen. Der ÖFB-Kapitänin machen weiterhin Knieprobleme zu schaffen. "Für sie ist ein kleiner Erguss noch zu spüren, dahingehend wollten wir jetzt kein Risiko eingehen. Es ist alles im Plan. Ich bin sehr optimistisch, dass sie uns gegen England voll fit zur Verfügung stehen wird", sagte Fuhrmann.

Einen Einsatz von Wenninger beim 1:0-Erfolg in Belgien am Sonntag bei der EM-Generalprobe verhinderte eine nicht ansteckende Viruserkrankung. "Ich bin der vollen Überzeugung, dass wir das in den Griff bekommen, es wäre wichtig, dass sie bei vollen Kräften ist", meinte Fuhrmann. Bei vollen Kräften sollte in eineinhalb Wochen auch Katharina Naschenweng sein, die nach Problemen beim Aufwärmen nicht eingesetzt wurde, "um keine Muskelverletzung im Oberschenkel zu riskieren".

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Österreichs Team, dem acht EM-Neulinge angehören, tritt am Donnerstag die Reise nach England an, dort wartet am 6. Juli im Eröffnungsspiel Gastgeber und Turniermitfavorit England und in den weiteren Gruppe-A-Partien Nordirland (11. Juli) und Norwegen (15. Juli). Kirchberger und Schasching werden ganz normal am Trainingsbetrieb teilnehmen. "Es hilft uns im Trainingsprozess, weil wir wissen, dass wir etwa das Programm von Schnaderbeck dosieren müssen und wir dann weiter die Möglichkeit haben, im Training elf gegen elf zu spielen", gab die ÖFB-Teamchefin Einblick.

Von den zusätzlichen Spielerinnen habe es ein "absolutes Commitment" für die Spezialrolle gegeben. Vor allem wegen Kirchberger hatte sie den Zeitpunkt für die Nominierung ausgereizt. "Sie hat in den letzten Wochen sehr gute Fortschritte gemacht, war aber noch nicht so weit, dass wir eine der anderen Innenverteidigerinnen rausstellen hätten können", erläuterte die ÖFB-Trainerin. Schasching habe eine fantastische Saison gespielt, aber mit Sarah Zadrazil, Laura Feiersinger, Maria Plattner und Marie-Therese Höbinger große Konkurrenz auf den Mittelfeldpositionen acht und zehn.

"Es waren sehr emotionale Gespräche"

"Es waren sehr emotionale Gespräche und trotz vieler Prüfsteine war das eine der herausfordernsten Sachen in den letzten Wochen. Für einige junge Spielerinnen ist ein Traum geplatzt, aber die letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann", sagte Fuhrmann. Ihren EM-Kader bezeichnete sie als "sehr gute Mischung aus arrivierten Spielerinnen, aber auch aufstrebenden jungen Talenten".

Die größere Breite sei der augenscheinlichste Unterschied gegenüber 2017. "Ich glaube schon, dass wir realistischerweise das Auswechselkontingent ausschöpfen können, ohne einen großen Qualitätsverlust zu haben. Das war vor vielen Jahren nicht so, da waren immer dieselben 12,13 aktiv", gab Fuhrmann Einblick.

Ihre Spielerinnen können bis Mittwochabend noch einmal im Kreise ihrer Liebsten verbringen. "Abschalten wird ein sehr großes Thema sein, aber die Gedanken an die EM werden immer da sein, weil man auch mit der Familie viel darüber redet. Jedem ist bewusst, dass man ein bisschen runterkommen muss", verlautete Linksverteidigerin Verena Hanshaw. Ein kleines Heimprogramm mit u.a. Läufen gilt es trotzdem zu absolvieren. "Egal ob Familie, Freunde, was auch immer Energie gibt, gilt es noch einmal mitzunehmen", sagte Fuhrmann.

Sie selbst wird etwas weniger freie Zeit haben, gilt es doch die Belgien-Partie aufzubereiten und die Detailplanung für die Tage vor dem Eröffnungsspiel durchzuführen. "Aber auch ich werde mir ein paar Stunden Auszeit nehmen, um die Akkus aufzufüllen." (APA)


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