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Meere „im Notstand“: UN-Konferenz startet mit emotionalen Appellen

Es geht um nicht weniger als um die Rettung der Weltmeere. In Lissabon treffen sich Politiker, Forscher, Aktivisten und Stars zur UN-Ozeankonferenz. Schon zu Beginn wird klar: Es geht um viel.

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Bei der UN-Konferenz in Lissabon dreht sich alles um die Rettung der Ozeane vor Vermüllung, Überfischung, Klimawandel und Versauerung.
© CARLOS COSTA

Lissabon – „Leute, wir brauchen Veränderung!“, ruft Hollywoodstar Jason Momoa (42/„Aquaman“) aus Hawaii ins Publikum - und UN-Generalsekretär António Guterres spricht von einem „Notstand“. Die zweite Ozeankonferenz der Vereinten Nationen begann am Montag in Lissabon mit emotionalen Appellen und eindringlichen Forderungen zur Rettung der von Vermüllung, Überfischung, Klimawandel und Versauerung zunehmend in Mitleidenschaft gezogenen Weltmeere.

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Knapp 30 Staats- und Regierungschefs, weitere Politiker sowie Wissenschaftler, zum Teil sehr junge Aktivisten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen werden bis Freitag darüber diskutieren, wie die Ressourcen der Weltmeere besser geschützt und möglichst nachhaltig genutzt werden können.

Auch US-Schauspieler Jason Momoa nahm an der Konferenz teil.
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Eine Plastikinsel so groß wie Frankreich

Nationale Initiativen sowie die Fortschritte der letzten Jahre seien bei weitem nicht genug, warnte Guterres. „Wir müssen viel mehr tun, wir alle." Er rief zu weltweiten Anstrengungen auf und forderte „drastische Maßnahmen" vor allem zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung mit Kunststoffen. Die größte Plastikinsel im Pazifik sei bereits so groß wie Frankreich, Plastikteilchen seien inzwischen in entlegensten Ecken zu finden. 2021 seien beim Anstieg des Meeresspiegels, der Erwärmung und der Versauerung der Meere und bei Treibhausgaskonzentrationen neue Rekordwerte erreicht worden.

Am Freitag soll eine „Erklärung von Lissabon“ mit „innovativen, wissenschaftlich fundierten Lösungsvorschlägen“ veröffentlicht werden. Umweltschützer äußerten sich derweil skeptisch, weil keine bindenden Vereinbarungen getroffen werden sollen. „Die Regierungen müssen halten, was sie versprochen haben, und im August dieses Jahres ein starkes globales Hochseeschutzabkommen vereinbaren. Wenn dies nicht geschieht, wird der Schutz von 30 Prozent Meeresschutz bis zum Jahr 2030 nahezu unmöglich sein", sagte etwa Lukas Meus, Meeresschutzexperte bei Greenpeace in Österreich vor Beginn der Konferenz in einem Statement. „Die Aktivitäten des Menschen sind weiterhin nicht mit dem Erhalt und Schutz mariner Ökosysteme vereinbar ", analysiert Fabienne McLellan, Geschäftsführerin der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare die Situation.

📽️ Video | Guterres entschuldigt sich bei junger Generation für Klimawandel

Nach der ersten Tagung 2017 in New York findet die zweite Ozeankonferenz wegen Corona mit zweijähriger Verspätung statt. Neben Guterres nehmen an der Versammlung nach amtlichen Angaben unter anderem Ex-US-Außenminister John Kerry und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teil. Auch Auch der britische Premier Boris Johnson wolle möglicherweise vorbeischauen. Sportstars wie die weltbeste Riesenwellen-Surferin Maya Gabeira sind auch mit dabei. Ungeachtet des russischen Angriffskriegs haben sich zudem sowohl Vertreter Russlands als auch der Ukraine angesagt.

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen über 80 Prozent des Lebens auf der Erde. Für Milliarden Menschen sind sie Arbeits- und Ernährungsgrundlage. die Ozeane sind außerdem ein entscheidender Bestandteil des globalen Klimasystems. (APA/dpa)


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