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Comeback von Williams schlug fehl: dramatisches Aus in Wimbledon

Ein Jahr nach ihrer schweren Oberschenkelverletzung kehrt Serena Williams nach Wimbledon zurück. Auf ein triumphales Comeback hoffen die Fans allerdings vergeblich: Von ihrer früheren Form ist die Tennis-Queen weit entfernt. Bei den Herren hat es Rafael Nadal hat beim Rasen-Klassiker nach einigen Schwierigkeiten die zweite Runde erreicht. Auch Österreichs Dennis Novak gewann die erste Partie.

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Nach einem Jahr Pause ist Williams die fehlende Matchpraxis anzumerken.
© IMAGO/Javier Garcia/Shutterstock

London – Das Comeback von Serena Williams auf dem Rasen von Wimbledon ist daneben gegangen. Die 40-jährige US-Amerikanerin musste sich in ihrem ersten Einzel-Match nach einem Jahr Pause der Französin Harmony Tan im Tiebreak des dritten Satzes mit 7:10 beugen. Die Partie auf dem Centre Court war eine emotionale Achterbahnfahrt. Im Gegensatz zu Williams, die sich ihren Traum vom 24. Grand-Slam-Titel erfüllen wollte, hat Rafael Nadal in London weiterhin die Chance auf Nummer 23.

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Nach 3:10 Stunden unterlag Williams 5:7,6:1,6:7, sie war weit von ihrer früheren Form entfernt. Die frühere Weltranglisten-Erste hatte am selben Ort vor einem Jahr eine schwere Oberschenkelverletzung erlitten, in der Vorbereitung absolvierte sie nur Doppel-Matches. Mit Grand-Slam-Turniersieg Nummer 24 hätte Williams zu Rekordhalterin Margaret Court aufschließen können. Stattdessen setzte es zum dritten Mal in Folge bereits in der ersten Runde eines Majors eine Niederlage.

Dabei hatte es im Finish gegen Tan sogar gut ausgesehen. Williams, die das Turnier an der Church Road bisher sieben Mal gewonnen hat, lag unter dem Applaus des Publikums im entscheidenden Tiebreak bereits 4:0 vorne, verlor aber doch noch. Schon bei 5:6 und eigenem Aufschlag hatte sie einen Matchball abwehren müssen. Für Tan, die Nummer 115 der Welt, war es der bisher größte Sieg ihrer Karriere.

Nach Niederlage mit "viel Motivation" für US Open

Williams hat nach der dramatischen Niederlage beim Comeback in Wimbledon die Fortsetzung ihrer Karriere offengelassen. Gleichzeitig deutete die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin aber Lust auf einen Auftritt bei den US Open an. "Wenn du zuhause bist, besonders in New York, und bei den US Open, dem Ort meines ersten Grand-Slam-Siegs, ist das immer etwas super Besonderes", sagte die 40-Jährige am späten Dienstagabend (Ortszeit).

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"Das ist definitiv viel Motivation, besser zu werden und zuhause zu spielen." Bei ihrer mit Spannung erwarteten Rückkehr nach einjähriger Pause verlor Williams in 3:10 Stunden mit 5:7, 6:1, 6:7 (7:10) gegen die französische Außenseiterin Harmony Tan. Auf die Frage, ob es ihr letztes Spiel gewesen sei, sagte die Amerikanerin: "Das kann ich nicht beantworten." Fast wortgleich zu einer Aussage vor Turnierstart ergänzte sie: "Wer weiß, wo ich als nächstes auftauchen werde."

Williams wurde von den Zuschauern auf dem Centre Court, wo sie sich vor einem Jahr schwer verletzt hatte, mit Jubel verabschiedet. Durch die Niederlage muss sie weiter auf den ersehnten 24. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier warten, mit dem sie den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen würde.

Die Niederlage sorge dafür, dass sie wieder auf den Trainingsplatz wolle, sagte Williams, "weil ich nicht schlecht gespielt habe und so nah dran war". Für sie war es das erste Einzel seit einem Jahr. Vor Wimbledon hatte sie sich mit zwei Einsätzen im Doppel warmgespielt.

Nach Schreckmoment: Nadal in zweiter Wimbledon-Runde

Auch Nadal, der als Männer-Rekordhalter nur ein Major weniger gewonnen hat als Williams, präsentierte sich beim 6:4,6:3,3:6,6:4 gegen den Argentinier Francisco Cerundolo noch längst nicht in Topform. Die Zuschauer erlebten Anfang des dritten Satzes einen Schreckmoment, als der Spanier ausrutschte und hinfiel. Nadal blieb dabei aber unverletzt. Obwohl er schon mit einem Break vorne lag, gab der 36-Jährige den dritten Satz ab und lag auch im vierten zurück. Nach 3:33 Stunden durfte er am Ende aber jubeln.

"Ich bin sehr froh, hier zurück zu sein", sagte Nadal nach seinem ersten Spiel in Wimbledon seit 2019. "Es ist kein Untergrund, auf dem wir oft spielen. Die letzten drei Jahre habe ich keinen Fuß auf Rasen gesetzt, deshalb ist jeder Tag ein Test. Und heute war es ein sehr wichtiger." Nadal hat mit Melbourne und Paris beide bisherigen Grand-Slam-Turniere der Saison gewonnen. Vor Wimbledon hatte er berichtet, dass sich seine chronischen Schmerzen im linken Fuß durch eine spezielle Therapie gelindert hätten.

Tennis-Profi Rafael Nadal fährt seinen zweiten Sieg im laufenden Turnier ein.
© GLYN KIRK

Der Mallorquiner trifft nun auf den Litauer Ricardas Berankis. Das Feld scheint sich für die Nummer zwei des Turniers geöffnet zu haben. In seiner Tableauhälfte mussten die Mitfavoriten Matteo Berrettini und Marin Cilic wegen positiver Coronatests zurückziehen. Zudem verlor der als Nummer sechs eingestufte Kanadier Felix Auger Aliassime, der Nadal im French-Open-Viertelfinale fünf Sätze lang gefordert hatte, gegen den Aufschlagriesen Maxime Cressy aus den USA 7:6(5),4:6,6:7(9),6:7(5).

Wie Nadal bestritt auch Ida Swiatek ihr erstes Spiel nach dem French-Open-Titel vor drei Wochen. Die Weltranglisten-Erste hatte mit der Kroatien Jana Fett beim 6:0,6:3 wenig mühe. Die Polin zeigte sich nur zu Beginn des zweiten Satzes unkonzentriert, als sie 1:3 in Rückstand lag und fünf Breakbälle abwehren musste. "Da habe ich ein bisschen meinen Fokus verloren und sie hat das gut genutzt", meinte die 21-Jährige. Danach gab Swiatek kein Game mehr ab und landete ihren 36. Einzel-Matchsieg in Folge.

Inklusive French Open hat sie zuletzt sechs Turniere in Serie gewonnen. Auf Rasen hat sie bisher allerdings noch nie ein WTA-Finale erreicht. "Es war mein erstes Saisonspiel auf Rasen, also habe ich gewusst, dass es ein wenig schwierig wird", sagte Swiatek. "Ich bin noch dabei herauszufinden, wie ich hier spielen muss." Ihre nächste Gegnerin ist die Niederländerin Lesley Pattinama Kerkhove.

Auftakterfolg in Wimbledon: Dennis Novak in vier Sätzen weiter

Dennis Novak steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in der zweiten Runde eines Tennis-Grand-Slam-Turniers. Der Niederösterreicher setzte sich am Dienstagabend in Wimbledon gegen den Argentinier Facundo Bagnis mit 7:6(7),2:6,6:4,6:3 durch. Mit dem australischen Überraschungsmann Jason Kubler trifft Novak nun am Donnerstag auf einen anderen Qualifikanten. Bisher ist sein Drittrunden-Einzug beim Rasenklassiker in London im Jahr 2018 das beste Major-Ergebnis in Novaks Karriere.

Lange Zeit hatte es nach einem Spiel der vergebenen Chancen ausgesehen. Novak war über weite Strecken des Spiels der klar bessere Mann, machte sich das Leben aber selbst schwer. Der 28-Jährige ließ 14 seiner insgesamt 17 Breakchancen ungenutzt. Bagnis verwertete drei von sechs und hielt sich so trotz spielerischer Unterlegenheit auf dem schnellen Geläuf in der Partie. In den entscheidenden Phasen war Novak aber da, er siegte nach 2:48 Stunden kurz vor Einbruch der Dunkelheit.

Dennis Novak ist eine Runde weiter.
© gepa

Den ersten Satz hatte Novak bereits mehrmals auf dem Schläger. Bei 6:4 im Tiebreak verzeichnete er bei böigem Wind einen Doppelfehler. Einen folgenden Satzball von Bagnis wehrte Österreichs Nummer zwei mit einem sehenswerten Passierball ab. Eine Einladung seines 32-jährigen Kontrahenten, der einen Smash ins Netz setzte, nutzte Novak schließlich nach 51 Minuten zum Satzgewinn. Der zweite Durchgang dauerte nur 41 Minuten, Bagnis breakte den Österreicher zweimal.

Im dritten Durchgang fand Novak seinen Rhythmus wieder, brachte seine Aufschlagspiele deutlich sicherer durch als der Argentinier. Allerdings setzten sich die vergebenen Breakchancen fort. Mitte des Satzes begann Novak mit sich zu hadern, fing sich aber wieder. Das Finish des Satzes hatte es in sich: Mit einem Zu-Null-Break stellte die Nummer 153 der Welt von 5:4 auf 6:4 und jubelte mit einem "Let's go"-Schrei ausgelassen.

Novak behielt trotz der drohenden Unterbrechung aufgrund der herannahenden Nacht an der Church Road im vierten Satz die Ruhe. Das entscheidende Break gelang ihm zum 5:3. Danach servierte der Österreicher sicher aus und verwertete seinen ersten Matchball. Eingeleitet hatte er ihn mit einem seiner insgesamt 13 Asse. Novaks Aufschlag funktionierte. Auch die drei in der Qualifikation bereits auf dem Londoner Rasen absolvierten Matches schienen ihm gutgetan zu haben.

In der zweiten Runde trifft der ÖTV-Davis-Cupper nun ebenfalls auf einen Qualifikanten. Kubler schaltete überraschend den hoch eingeschätzten, als Nummer 28 gesetzten Briten Daniel Evans in drei Sätzen 6:1,6:4,6:3. Nach seinem Auftaktsieg gegen die Nummer 102 der Weltrangliste, die in Wimbledon noch nie die erste Runde überstanden hat, darf sich Novak aber auch gegen die Nummer 99 berechtigte Hoffnungen machen. (APA/Reuters/dpa)


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