Somalia

Kaum noch Krankenhausbetten für hungernde Kinder in Somalia

Ein extrem unterernährter 27 Monate alter Bub wird in einem Krankenhaus in Mogadischu untersucht.
© ED RAM

Dürre und mangelnde Versorgung mit Getreide wegen des Kriegs in der Ukraine lassen die Lage eskalieren.

Mogadischu –Aufgrund einer schwerwiegenden Hungerkrise haben Krankenhäuser im ostafrikanischen Somalia kaum noch Platz für die stetig wachsende Zahl schwer mangelernährter Kinder. Das teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Mittwoch mit. Ärzte seien gezwungen, Kinder in Zelten, Konferenzräumen und auf Matratzen im Freien zu behandeln.

Die Situation eskaliere deutlich schneller als erwartet, warnte die Organisation. Schätzungen zufolge werde sich die Zahl der Somalier, die unter hungerähnlichen Bedingungen leben, bis September auf 213.000 verfünffachen. Rund 386.000 Kinder seien dem Risiko schwerer Mangelernährung ausgesetzt, die zu Sehstörungen, Muskelschwund, Organversagen und schließlich zum Tod führen könnten. "Kinder sterben, und ihre Rettung ist ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte Mohamud Mohamed Hassan, der Direktor von Save the Children in Somalia. Dabei sei humanitäre Hilfe für Somalia "völlig unterfinanziert".

Das Horn Afrikas, in dem auch Somalia liegt, befindet sich in der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren. Auch Westafrika steht kurz vor der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren. Insgesamt sind nach UNO-Angaben etwa 60 Millionen Menschen betroffen. Hauptgründe für die Probleme bei der Getreideversorgung auf dem Kontinent sind klimabedingte Dürren und Überschwemmungen, regionale Konflikte, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie Russlands Getreideblockade aufgrund des Ukraine-Kriegs. (dpa)

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