Intersport

Skitour- und E-Bike-Boom: Erholung in der Natur sorgt für Umsatz

Vor allem Räder, hauptsächlich E-Bikes, sind Umsatzbringer für Sporthändler.
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Der Sportfachhändler Intersport steigert seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf 325 Mio. Euro.

Wien, Innsbruck – „Nach der Corona-Pandemie sind die Menschen wieder in die Läden zurückgekehrt“, sagt Thorsten Schmitz, Intersport-Austria-Geschäftsführer. Die Investitionen in die Läden hätten sich also gelohnt. Er spricht von „Hybridisierung“ von stationärem und Online-Handel, nicht selten prüften Kunden im Geschäft noch die Verfügbarkeit von Artikeln.

Engpässe gebe es bei Intersport jedenfalls keine, man habe sehr viel bestellt, auch auf die Gefahr hin, dass die Lager dann übervoll seien. Auf ein E-Bike warten muss man bei Intersport also nicht, heißt es. Auch nicht auf einen neuen Akku fürs Rad, sagt Schmitz. Daher liegt der Umsatz für das erste Halbjahr 2022 mit 325 Millionen Euro auf +12 Prozent über dem Vergleichszeitraum von 2019. „Durch Corona wurde den Österreichern die Bedeutung von Bewegung in der Natur als Ausgleich zu Home-Office und Home-Schooling erst so richtig bewusst“, erklärt Schmitz: „ Es wird klar in die eigene Gesundheit und die Sportausrüstung investiert. Dies am liebsten direkt in den Geschäften, um Beratung, Service und den persönlichen Kontakt mit den Mitarbeitern zu nutzen.“

Eine aktuelle GfK-Studie bestätigt dem Sporthändler Bestnoten bei Beratung, Qualität, Service und Sortimentstiefe. Darüber hinaus sei auch das Wintergeschäft sehr gut gelaufen. Der Absatz von Alpinski, insbesondere Kinderski, bewegte sich im Winter 2021/22 auf hohem Niveau, den Absatz bei Tourenski konnte Intersport dank des Booms beim Skitourengehen im Vergleich zum Winter vor Corona (2019/20) weiter steigern. Dieser positive Aufwärtstrend wurde im Frühjahr mit Bikes, Laufschuhen und Wanderausrüstung fortgesetzt. „Jedes dritte verkaufte Bike ist ein E-Bike“, bestätigt Schmitz den großen Anteil, den die elektrisch betriebenen Fahrräder bereits haben. Das Segment Outdoor macht bei Intersport bereits ein Fünftel vom Gesamtumsatz aus und wächst ebenso weiter.

Laut Zukunftsforscher Tristan Horx spielt das Phänomen der Sportivity dabei eine tragende Rolle. Demnach sind Sport und Bewegung in der Natur kein Trend mehr, sondern eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Es zählt nicht nur Leistung, sondern der Spaß an der Bewegung. „Immer mehr Menschen erkennen, dass Sport und das damit verbundene Naturerlebnis entschleunigen.“ Aufgrund der steigenden Energiepreise und der hohen Inflation geht Schmitz davon aus, dass Österreich als Urlaubsland auch in diesem Sommer hoch im Kurs stehen wird. Erholung in der Natur sei ein absoluter Beschleuniger für den Sporthandel. (ver)

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